Die 11. Schwangerschaftswoche (11. SSW)

Willkommen in der 11. Schwangerschaftswoche. Nun ist die Zeit angebrochen, wo ihr beide euch ein wenig ausruhen dürft. Der Fötus war die letzten Wochen dabei sich zu entwickeln. Es entstanden ein Körper, die Organe, die Zellen und alles weitere, was ein Mensch zum Leben benötigt. Dies war Schwerstarbeit für deinen Körper und deswegen ging es dir in den letzten Wochen teilweise schlecht. Morgenübelkeiten waren keine Seltenheit. Jetzt ist der Fluch Großteils vorbei. Dein Baby ist soweit fertig, dass es nur noch wachsen muss. Das hast du ja bereits in der 10. Woche erfahren. Dennoch wird sich in den kommenden Monaten noch einiges verändern. Vor allem an deinem Körper.

Der Bauch wächst, die Hüften werden breiter. Alles stellt sich auf die Geburt ein. Du solltest dich zwar schonen, auf den Lorbeeren ausruhen bringt dich jedoch nicht weiter. Je mehr du jetzt für deinen Körper tust, desto schlanker und straffer wird dieser nach der Geburt sein. Vorbeugemaßnahmen geben natürlich keine Garantie dafür, dass danach alles wieder wie vorher ist. Du kannst den Schaden aber ein wenig abwenden. Natürlich solltest du dich darauf einstellen, dass nicht alles wieder wie vorher ist. Vor allem bei einer großen Oberweite. Aufgrund der Muttermilch werden diese noch größer und eventuell nach ein paar Monaten die Schwerkraft verlieren.

Das sind Dinge, die sich leider nicht vermeiden lassen. Schönheit ist sowieso nicht alles im Leben. Wichtig ist, dass dein Baby gesund ist und bei der Geburt alles gut geht. Wenn gleich du dir jetzt noch Gedanken um dein Aussehen machst, wird es nach der Entbindung meist anders sein. Die Prioritäten im Leben verändern sich. Deswegen lass dir die Schwangerschaft nicht durch solche Vorstelllungen verderben.

Dein Baby in der 11. Schwangerschaftswoche

Dein Baby wird ab jetzt, immer menschlicher. Es ist natürlich seit Anbeginn ein Mensch, aber nun sieht es auch so aus. Die Zeiten sind vorbei, wo es nur eine kleine Erbse darstellte. In der 11. SWW ist der Kopf immer noch größer als alle anderen Körperteile. Zurzeit ist es etwa 15 Gramm schwer und fünf Zentimeter lang. Schon etwa drei Wochen später wird sich diese Größe verdoppeln. Ab der 11. Woche findet nicht selten eine starke Wachstumsphase statt. In der 11. SSW erinnerten die Finger noch an Schwimmhäute, auch das ist jetzt vorbei, weil sie sich trennten und jetzt wirklich als Finger erkenntlich sind. Die Feinarbeiten werden jetzt weiter verrichtet. Die Ohren kommen langsam an ihre richtige Position und auch das Zahnfleisch bildet sich. Mit ihnen die ersten Milchzähne, die erst einige Monate nach der Geburt durchbrechen und sichtbar sind. Ferner wachsen Nägel an den Zehen und Fingern. Die Skelettstruktur bildet und der Brustkorb schließlich sich.

Die Hautschichten sind noch nicht fertig gebildet, in der 11. Woche entsteht eine weitere, woraufhin das Baby nicht mehr so transparent ist, wie am Anfang. Härchen wachsen bereits an manchen Körperstellen, die am Ende am kompletten Körper einen Flaum bilden. An den Augen hat sich einiges getan. Der Fötus besitzt bereits Augenlider, welche sich schließen. Erst ab dem sechsten Schwangerschaftsmonat öffnet das Kind diese wieder. Auch die Geschlechtsorgane bilden sich langsam. Handelt es sich um einen Jungen, sieht man teils den Ansatz eines Penis. Eine exakte Geschlechtsbestimmung ist noch nicht durchführbar. Erst einige Wochen später lässt sich dies über Ultraschall bestimmten. Das Neuralrohr entwickelte sich zu einem Rückenmark und Gehirn. Die Wochen davor war die Gefahr von einem Neuralrohrdefekt noch groß, wenn ein Folsäuremangel vorlag. Deswegen empfehlen viele Ärzte Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft, um einen Mangel vorzubeugen. Die Gefahr eines Defekts ist vorbei, dennoch solltest du die Mittel noch länger zu dir nehmen. Im besten Fall hältst du Rücksprache mit deinem Arzt, der dir genaueres sagen kann.

Dein Baby ist im Bauch jetzt ziemlich aktiv. Es entdeckt seine Arme und Beine. Diese möchte es natürlich auch bewegen. Das geht dank dem Gehirn, jetzt sogar zielgerichtet. Ferner kann der Fötus schlucken und macht die Hand zu einer Faust. Da dein Kind immer noch ziemlich klein ist, spürst du seine Bewegungen noch nicht. Erst zwischen der 16. Und 20. SWW wirst du es fühlen und bemerken, welche Kraft dein Bauchbewohner aufbringt.

Du in der 11. Schwangerschaftswoche

Die meisten Schwangeren haben ab der 11. SSW keine Beschwerden mehr, wie sie in der Frühschwangerschaft vorkommen. Erbrechen, Übelkeit und Antriebslosigkeit sind vorbei. Leider gibt es dafür andere Probleme, die ab und zu auftauchen. Keine Sorge, wenn du vorbeugst, kannst du diesen gut aus dem Weg gehen. Kreislaufprobleme sind keine Seltenheit und dein Puls wird ferner steigen in dieser Zeit. Das liegt daran, weil die Plazenta mehr Blut produziert, um für das Baby zu sorgen. Es ist vollkommen normal, dass dein Blutvolumen bis zum Schwangerschaftsende um rund 50 Prozent steigt. Leichte Kreislaufprobleme sind normal und lassen sich gut mit Wasser beheben. Trink viel Wasser über den ganzen Tag verteilt. Sollte es gerade Sommer sein, vermeide die Hitze und halte dich an Orten auf, wo es kühler ist. Ebenso solltest du dich öfter hinsetzen und Pausen einlegen. Die steigende Durchblutung bringt auch einen positiven Nebeneffekt mit sich. Du hast plötzlich keine kalten Füße und Hände mehr. In der kalten Jahreszeit ist das auf jeden Fall ein Vorteil, den du begrüßen darfst. Da du in diesen Wochen mehr trinkst, musst du wohl öfter die Toilette aufsuchen. Deswegen begebe dich nur an solche Orte, wo ein WC in der Nähe ist. Weiteres nehmen Verstopfungen langsam ab, rechne aber dennoch mit Verdauungsproblemen in den nächsten Wochen. Ebenso werden deine Nägel und Haare schneller wachsen.

Im ersten Trimester nimmst du etwa zwei Kilogramm zu. Ausgenommen, du isst plötzlich für zwei, dann kann es auf der Waage rasch nach oben gehen. Vermeide dies am besten, wenn du nach der Geburt nicht ewig lang ins Fitnesscenter laufen möchtest. In den späteren Schwangerschaftswochen wird sich dein Essverhalten noch verändern, weil dein Baby auch mehr braucht. Jetzt ist das noch nicht der Fall. Achte eher darauf, dass du deinem Körper die wichtigsten Mineralien, Vitamine und Nährstoffe zuführst. Nicht die Menge der Nahrung macht es aus, sondern die Qualität selbiger.

Die Untersuchungen in der 11. Schwangerschaftswoche

Großartige Untersuchungen werden in der 11. SSW nicht gemacht, es sei denn, du hattest die große Vorsorgeuntersuchung noch nicht hinter dir. Siehe voriger Monate. Das Kind wird gemessen, es findet eine Ultraschalluntersuchung statt und es wird ein Bluttest gemacht. Wie erwähnt gibt es ferner auf Wunsch eine Nackenfaltenmessung, die spätestens in den nächsten zwei bis drei Wochen stattfinden sollte. Auch weitere Diagnostik Tests und Untersuchungen sind möglich, bei Risikoschwangerschaften und besonderer Vorsicht. Hierzu wirst du von deinem Arzt informiert und beraten. Lass dich nicht von anderen werdenden Müttern verunsichern. Gerne wird in Schwangerschaftsforen darüber diskutiert. Dein Arzt wird dir sagen, was nötig ist oder nicht. Bei freiwilligen Untersuchungen hörst du am besten auf dein Bauchgefühl. Orientiere dich nicht an anderen Menschen, weil jeder andere Meinungen zu diesem Thema hat. Nötige Untersuchungen, die aus medizinischen Gründen durchgeführt werden müssen, werden von den Krankenkassen übernommen. Werden zusätzliche Test direkt von den Eltern gefordert, müssen diese in der Regel selbst bezahlt werden. Ausgenommen, es liegt eine spezielle Zusatzversicherung vor, welche bestimmte Untersuchungen übernimmt. Informiere dich hierzu am besten bei deiner Krankenversicherung.

Was solltest du in der 11. Schwangerschaftswoche tun?

Sobald du die große Untersuchung hinter dir hattest, musst du nur noch einmal pro Monat zum Arzt gehen. Erst aber der 32. Schwangerschaftswoche stehen erneut kürzere Intervalle an. Dennoch solltest du dir jetzt Gedanken um eine Wunschgeburt machen. Falls du noch keine Hebamme kontaktierst hast, tust du das am besten jetzt. Sie steht dir bis zur Geburt und auch danach, zur Seite und beantwortet alle nötigen Fragen. Auch solltest du Kontakt zu Krankhäusern beziehungsweise Geburtshäusern aufnehmen. Bei den meisten, vor allem in den Großstädten, musst du bereits jetzt einen Termin für ein Zimmer ausmachen.

Krankenhaus oder Geburtshaus: Was ist besser?

Es ist in der Regel Geschmackssache. Manche Frauen fühlen sich in einem Krankenhaus besser aufgehoben als woanders, weil im Notfall alle Geräte und Ärzte zur Verfügung stehen, die notwendig sind. Der Umkehrschluss. Ein Krankenhaus ist eine sterile Angelegenheit. Kein Ort, wo man sich natürlich und wohl fühlt. Einige Geburtstationen sind zwar schon angenehmer eingerichtet, aber nicht überall. Ein Geburtsthaus erinnert mehr an ein Yogainstitut. Die meisten haben angenehme Wandfarben, gemütliche Betten, Sessel und ein Ambiente, wo du Urlaub machen möchtest. Im Krankenhaus will niemand Ferien machen und das hat mehrere Gründe. Eine Geburt hat nichts mit einer Krankheit zu tun. Es wird einem aber immer wieder so vorgegaukelt, als wäre Sicherheit das A und O. Natürlich kann bei einer Geburt immer etwas passieren, aber, Hebammen haben das ziemlich gut im Griff. Sie bemerken oft viel früher, wenn etwas nicht stimmt, bevor Ärzte eingreifen. Ein Arzt wird bei einer natürlichen Geburt auch nicht wirklich benötigt. Hebammen können sogar die meisten Vorsorgeuntersuchungen durchführen. Vom Wohlfühlfaktor aus, sind Geburtshäuser die bessere Wahl. Mütter können dort entspannt ihrer Geburt entgegen sehen und sich darauf freuen. Kommt es zu einem Notfall, ist das nächste Krankhaus meist in der Nähe. Auf das solltest du achten, dass ein Notfallservice mit einbegriffen ist. Falls du eine Hausgeburt anstrebst, ist ein Geburtshaus eher die bessere Wahl, weil dort kompetentes Personal ist. Außerdem hast du dort mehrere Möglichkeiten. Zum Beispiel Geburtshocker bis hin zu Wassergeburt-Badewannen.

Natürliche Geburt oder Kaiserschnitt?

Bevor du dich für oder gegen ein Geburtshaus entscheidest, solltest du für dich abklären, wie du dein Baby überhaupt auf die Welt bringen möchtest. Ein Kaiserschnitt ist zum Beispiel im Geburtshaus nicht möglich. Deswegen solltest du dich an dein Wunschkrankenhaus wenden beziehungsweise mit deinem Arzt darüber sprechen. Wie du dein Baby auf die Welt bringen möchtest, bleibt vollkommen deine Entscheidung. Ärzte, Hebammen wie auch die Familie, werden dir vieles erzählen und einreden wollen. Hör dir die Erfahrung an, lass dich aber nicht unter Druck setzen. Das hast du nicht nötig. Falls du unbedingt eine bestimmte Geburtsform haben willst, aber diese vom Arzt nicht willkommen geheißen wird, such dir einen anderen Arzt. Geburtshelfer haben die Pflicht, dich über Komplikationen aufzuklären, sie dürfen dich aber nicht zu irgendetwas zwingen. Sobald du das Gefühl hast, du wirst in eine bestimmte Ecke gedrängt, such dir Alternativen. Schließlich sollst du dich gut aufgehoben fühlen. Gerade bei einem Wunschkaiserschnitt ist ein Termin im Krankenhaus wichtig. Vereinbare diesen so früh wie möglich. Kommt dein Baby früher auf die Welt, wird man dich dazwischen schieben. Wichtig ist, dass das Krankenhaus überhaupt weiß, dass du dort gebären möchtest. Schließlich muss das Personal alles einteilen und koordinieren.

Jetzt darfst du es anderen erzählen

Die Zeit ist gekommen, die Schwangerschaft zu verkünden. Deine Freunde und Verwandtschaft werden sich freuen. Zudem solltest du es jetzt, deinem Arbeitgeber mitteilen, falls er es noch nicht mitbekommen hat. Du musst es ihm sogar sagen, weil er auch Zeit braucht, einen Ersatz für dich zu finden. Falls es dir in den nächsten Wochen nicht gut geht, kannst du auch ohne schlechtes Gewissen zuhause bleiben. Je nach Beruf kann es sogar sein, dass du sofort nachhause geschickt oder in eine andere Abteilung versetzt wirst. Falls du mit chemischen Stoffen zu tun hast, wäre es jetzt sowieso an der Zeit. Hier solltest du bereits in den ersten Wochen mit deinem Vorgesetzten sprechen.

Stell dich auf viele Gespräche mit deiner Mutter, Schwiegermutter und mit anderen weiblichen Verwandten und Freunden ein. Auch die Männer werden sich freuen, aber nicht so viel darüber wissen wollen. Von allen anderen, bekommst du Tipps zur Geburt, bis hin zur richtigen Auswahl der Hochschule. Wohl geht es dir körperlich besser, aber sie werden dir manchmal auf den Nerv gehen. Deswegen solltest du nicht zu viele Besuche in nächster Zeit einplanen. Vergiss nicht, dass du zwischendurch Ruhe brauchst.

Väter fühlen sich oft vernachlässigt

In den letzten Wochen kreisten deine Gedanken wahrscheinlich rund ums Baby. Kein Wunder, dass sich die Partner meist vernachlässigt fühlen. Natürlich dürft ihr euch auf das Baby freuen. Wichtig dabei ist, plant alles gemeinsam. Geht gemeinsam zum Arzt, einkaufen, zur Verwandtschaft und veranstaltet ein paar Rituale, die euch gut tun. Zum Beispiel, abends dem Baby etwas vorlesen, singen oder den Bauch streicheln. Der Vater sollte das Gefühl bekommen, dass er auch ein Teil der Familie ist. Er bekommt leider nicht so viel mit, wie die Mutter, ist aber meist besorgt darum, wie er die Familie ernähren soll. Du als Mutter darfst deinen Partner beruhigen und so oft als möglich mit einbeziehen. Nicht ala „Hol mir bitte mitten in der Nacht etwas zu essen.“ Zu oft werden Väter, die Sklaven der schwangeren Mütter. Der Mann, die Partnerin oder wer auch immer an deiner Seite ist, sollte das Gefühl haben, das ihr eins seid. Die Hormone spielen natürlich verrückt, aber zwischendurch darfst du ihm ruhig zeigen, dass du ihn liebst und weiterhin mit ihm leben möchtest. Solltet ihr getrennt sein, binde den Vater dennoch mit ein. Nur, weil ihr kein Paar mehr seid, bedeutet das nicht, dass ihr nicht gute Eltern werdet. Trennt diese beiden Dinge strikt voneinander und es kann funktionieren. Solltest du keinen Partner haben, suche dir spätestens jetzt Anschluss. Unterhalte dich mit anderen Müttern oder lass dich von der Familie beziehungsweise von Freunden unterstützen. Angebote wird es sicher einige geben.