Die 19. Schwangerschaftswoche (19. SSW)

In der 19. Schwangerschaftswoche tut sich einiges. Spätestens jetzt, spürst du die Bewegungen deines Kindes und außerdem findet die nächste Ultraschalluntersuchung statt. Häufig kommt es jetzt vor, dass sich das Kind extra dann bemerkbar macht, sobald du dich ausruhen willst. Kaum liegst du auf der Couch, fängt es an sich zu bewegen. Wann immer du auf Trab bist, schläft dein Bauchbewohner friedlich in seinem Zuhause. Er spürt dich und lässt sich in den Schlaf schaukeln. Babys schlafen manchmal nur, wenn man sie bewegt. Das gilt nicht nur im Bauch, sondern auch nach der Geburt. Rechne damit, falls dein Baby immer dann trainiert, sobald du dich hinlegst, wird es wohl später auch aktiv, wenn du es ablegst. Ausnahmen bestätigen die Regel, aber häufig ist es so. Falls du das kleine Flattern immer noch nicht spürst, ruhst du dich wahrscheinlich zu wenig aus. Nimm dir eine Auszeit, leg dich in Ruhe hin und dreh Entspannungsmusik auf. Jetzt solltest du es auch spüren. Tut sich immer noch nichts, keine Sorge, es kann auch sein, dass es sich auf der anderen Seite befindet oder einfach weniger bewegt. Je größer dein Bauch wird, desto heftiger wirst du dein Kind spüren. Schließlich hat es irgendwann kaum noch Platz und wird unruhig. Manche Bauchbewohner trainieren viel, andere weniger. Auch hier gilt, Vergleiche anstellen ist keine gute Idee. Eine Schwangerschaft ist kein Wettbewerb, wer das aktivere Baby hat. Hauptsache es ist gesund.

Der zweite Ultraschall ist angesagt

Jetzt ist es soweit. Zwischen der 19. Und 22. Schwangerschaftswoche findet der zweite Ultraschalltermin statt. Bei diesem Termin solltest du unbedingt eine Begleitperson mitbringen. Im besten Fall natürlich den Vater oder deine eigene Mutter. Diesmal werdet ihr das Baby nämlich als ganzen Menschen wahrnehmen. Zwar ist er noch klein, aber man erkennt bereits am Monitor, dass es sich um ein Baby handelt. Ein Moment, der für die meisten Eltern unvergesslich bleibt. Wahrscheinlich ist es auch der Termin, wo du das Geschlecht deines Kindes erfährst. Falls du das willst. Möchtest du es nicht wissen, solltest du es vorab deinen Arzt sagen. Die meistens sind so freundlich und fragen sowieso vorher nach, bevor sie sich verplappern. Manchmal ist es so, dass Babys ihr Geschlecht nicht verraten. Liegt es so im Bauch, dass das Ultraschallgerät nichts erkennt, wirst du es erst beim nächsten Termin oder bei der Geburt erfahren.

Wichtiger als das Geschlecht, ist die Gesundheit deines Babys. Der Arzt kann sehen, ob sich der Fötus richtig entwickelt hat. Zum Beispiel: Kann das Kind schlucken, sitzen die Organe dort, wo sie sein sollten und arbeiten sie bereits? Ebenso werden die Plazenta und das Fruchtwasser untersucht. Bei einer tiefsitzenden Plazenta ist meistens nur ein Kaiserschnitt möglich. Da sich diese in den nächsten Monaten noch nach oben verlagern kann, wird die Entscheidung erst kurz vor der Geburt getroffen. Sollte das bei dir der Fall sein, wird man mit dir auf jeden Fall darüber sprechen und genaueres über den Kaiserschnitt erzählen. Generell solltest du dich im Vorfeld über einen Kaiserschnitt informieren. Egal, ob notwendig oder nicht, je mehr du darüber weißt, desto weniger Angst wirst du bei der Entbindung haben.

Dein Baby in der 19. Schwangerschaftswoche

In dieser Woche bilden sich weitere Hautschichten. Noch vor einigen Wochen war diese sehr dünn und sogar durchsichtig. Die dickere Haut schützt dein Baby vor zu viel Fruchtwasser, aber dennoch ist diese noch zart. Das wird sich in den ersten Lebensjahren nicht ändern. Deswegen benötigen Babys eine spezielle Pflege. Außerdem wachsen in der 19. Schwangerschaftswoche die ersten Kopfhaare. Jetzt kann noch niemand sagen, ob das Baby lange, kurze, wenig oder viele Haare hat. Desweiteren bilden sich die Zahnleisten und die Leber sowie die Milz produzieren jetzt weiße Blutkörperchen. Wie schon in den Vorwochen schluckt dein Baby Fruchtwasser, welches ab der 19. SSW im Magen-Darm-Trakt verdaut wird. Dort sammeln sich Zellen und verschluckte Hautrückstände, die nach der Geburt mit dem ersten Stuhlgang ausgeschieden werden. In der 19. SSW ist dein Baby etwa 15 cm groß, wiegt zwischen 200 und 340 Gramm. Ebenso weist es einen Kopfdurchmesser von etwa 39 und 47 mm auf. Auch in dieser Woche gilt, jedes Baby entwickelt sich anders. Falls dein Kind noch nicht so groß oder bereits größer ist, dass wird sich in den nächsten Wochen noch einpendeln.

Du in der 19. Schwangerschaftswoche

Manche schwangeren Frauen haben in diesen Wochen Gleichgewichtsstörungen. Das liegt meistens am Blutzuckerspiegel, der schnell fällt und wiederrum ansteigt. Außerdem verschiebt sich der Gewichtsmittelpunkt, weil dein Bauch jetzt schwerer ist. Deswegen solltest du beim Treppensteigen vorsichtig sein und nicht zu schnell aufstehen. Nimm dir immer Zeit und hetze nicht, falls du es eilig hast. Natürlich kannst du bereits jetzt in den öffentlichen Verkehrsmitteln darum bitten, dass jemand für dich aufsteht. Zwar sieht man deinen Bauch noch nicht, aber falls es dir schlecht geht, musst du dich nicht quälen. Vermeide es generell in zu engen Räumen zu stehen. Quetsche dich besser nicht in volle U-Bahnen, sondern warte eine oder zwei ab, wenn es notwendig ist. Dein Kreislauf und dein Baby werden es dir danken. Da der Unterleib jetzt stärker durchblutet wird, kommt es häufig zu vaginalen Ausfluss. Ist dieser weißlich und geruchslos, bedeutet das nichts Besonderes. Kauf dir am besten Slipeinlagen und wechsle diese regelmäßig. Falls du dir unsicher bist oder der Ausfluss ungewöhnlich aussieht, solltest du einen Termin beim Arzt wahrnehmen. Tritt Fruchtwasser aus, kann das ein Anzeichen für eine Frühgeburt sein. Wird der Ausfluss von Juckreiz und Schmerzen begleitet, handelt es sich meistens um eine vaginale Infektion. In beiden Fällen ist ein Check beim Arzt nötig. Dieser kann schlimmere Komplikationen verhindern.

Viele Frauen haben das Gefühl, dass sie in der Schwangerschaft ziemlich viel vergessen. Die Konzentration ist im Keller und die Merkfähigkeit sowieso. Das ist besonders im Job ein Nachteil, wenn du dir dort einiges merken solltest. Mach dir bitte keinen Stress, wenn es im Beruf nicht so klappt, wie bis her. Bitte deinen Arbeitgeber, dass er dir solche Aufgaben überlässt, wo du weniger Konzentration an den Tag legen musst oder wo die Merkfähigkeit nicht so wichtig ist. Die „Vergesslichkeit“ kommt nicht von den Hormonen oder von sonst wo, sondern ist eher eine „Abgelenktheit.“ Werdende Mütter konzentrieren sich nur noch auf ihr Baby, möchten, dass bis zur Geburt das Nest fertig ist und alles auf das Kind wartet. Ein Alibi vom Arzt gibt es nicht. Falls du einen Unfall baust, wird dir der Richter höchstens raten, das Auto für eine Weile abzustellen. Apropos Autofahren: zu lange Strecken solltest du vermeiden und konzentriere dich beim Fahren wirklich auf die Straße. Mit Gefahrengütern im Job solltest du sowieso nichts mehr zu tun haben, falls doch, pass auch hier auf, dass du dich nicht zu sehr von deinem Bauchbewohner ablenken lässt.

Was du in der 19. Schwangerschaftswoche tun solltest

Ein spezielles Enzym schützt dein Baby vor hohen Stresshormonen. Die Natur hat in diesem Punkt hervorragende Arbeit geleistet. Chronischer Stress dagegen, kann diese Schutzfunktion abschalten, deswegen solltest du jeglichen Stress vermeiden. Den meisten hast du wohl in der Arbeit, wenn dich dein Chef zur Weißglut bringt oder irgendwelche Kunden nerven. Anrufer wissen beispielsweise nicht, dass du schwanger bist. Es wäre auch ein wenig unhöflich, einem Beschwerdeanrufer mitzuteilen, dass man schwanger sei. In dem Fall gilt, durchhalten. Bleib am Telefon freundlich und versuche die Aufregung nicht persönlich zu nehmen. Atme tief durch und mach nach solch einem Anruf kurz Pause. Das gilt auch, wenn dich dein Chef quält. Denke immer daran, Stress ist hausgemacht. Du musst deinen Chef nicht zufrieden stellen. Was ist dir wichtiger, eure Gesundheit oder ein Job? Natürlich darfst du nicht machen, was du willst, aber wenn du ein bisschen langsamer arbeitest, darf dich dein Vorgesetzter nicht feuern, schon gar nicht in der Schwangerschaft. Falls deine Kollegen nerven, atme auch hier durch. In einigen Wochen siehst du sie nicht mehr. Lass sie reden und schimpfen, es ist ihr Leben und nicht deine Energie.

Falls du ein weiteres Kleinkind erziehen musst, welches nervt, nimmt dir Zeit. Trotzt das Kind, kommt ihr zum Termin einfach zu spät. Bei wirklich wichtigen Terminen setzt du am besten auf einen Babysitter und versuchst dein Kind rechtzeitig anzuziehen. Mach auf keinen Fall einen Elefanten aus einer Maus. Wenn dein Junge unbedingt den rosa Pulli zur roten Hose anziehen möchte, soll er es tun. Du hast im Moment wirklich andere Sorgen. Dein Bauchzwerg ist im Moment wirklich das wichtigste. Deswegen darfst du im Moment ruhig weniger streng mit deinem Kind sein, außer natürlich, es ist in Gefahr.

Dein Bauch braucht jetzt auch Außen Pflege

Im besten Fall hast du bereits damit angefangen, deinen Bauch einzucremen. Falls nicht, solltest du jetzt in die Drogerie fahren und passende Cremes erwerben. Eine Hebamme kann dir in dem Punkt auch weiterhelfen und spezielle Produkte empfehlen. Falls du nicht auf einen Hebammen-Termin warten möchtest, lässt du dich einfach in der Apotheke beraten, die verkaufen zahlreiche Produkte, die deiner Haut gut tun. Meistens juckt die Haut am Bauch, weil sie ziemlich belastet wird. Das Gewebe dehnt sich die ganze Zeit und das Woche zu Woche. Neben einer guten Körperlotion, solltest du es mit einer Zupfmassage versuchen. Du nimmst ein Stück Haut zwischen Daumen wie auch Mittelfinger und ziehst diese hoch. Das kann ein wenig zwicken und die Haut wird ein wenig rot. Das macht nichts, weil es die Haut dadurch besser durchblutet. Achte nur darauf, dass du nicht zu sehr knetest, dann schadest du nämlich dem Hautbild. Leider kann dir niemand garantieren, dass durch Cremes und Massagen keine Schwangerschaftsstreifen entstehen. Manche Frauen haben ein schlechteres Bindegewebe und manche nicht. Es kann auch sein, dass keine Streifen sichtbar werden, aber deine Bauchdecke nicht komplett zurückgeht. Leider weiß niemand, wie die Bauchdecke nach einer Geburt aussieht. Deswegen solltest du dir keine Vorwürfe machen, wenn es später nicht so aussieht, wie du vielleicht geplant hast.

Bei vielen Schwangeren verändert sich die Hautpigmentierung. Manchmal entstehen Leberflecken oder auch Sommersprossen, die in der Sonne noch stärker werden. Das liegt am erhöhten Östrogenspiegel, der mehr Pigments Melanin bildet. Deswegen erscheint bei vielen eine dunkle Linie zwischen dem Schambein und dem Bauchnabel. Außerdem werden deine Brustwaren wahrscheinlich dunkler. Keine Sorge, all diese Anzeichen verschwinden nach der Entbindung wieder. Generell solltest du auf deine Haut achten. In der Sonne ist sie jetzt besonders empfindlich. Nicht nur der Bauch, sondern dein kompletter Körper. Verwende einen höheren Lichtschutzfaktor und vermeide die Sonne so gut es geht. Kurze Sonnenbäder zwischendurch schaden nicht, sondern sind förderlich. Schließlich benötigst du in der Schwangerschaft auch das berühmte Vitamin D, dass für die Kalzium Einlagerung wichtig ist. Jetzt stellt sich wahrscheinlich die Frage, ob du ins Solarium gehen darfst. Hier solltest du deinen Arzt fragen, ob er es für richtig hält oder nicht. Generell spricht nichts dagegen. Wende dich aber an ein seriöses Studio und lass dich gut beraten. Ferner solltest du die Sonnenbank selbst noch einmal desinfizieren. Nicht, dass du dir Infektionen holst, die nicht sein müssen. Im dunklen Winter darfst du dich auf jeden Fall vor ein Gesichtssolarium setzen. Das tut deiner Haut und deinem Gemüt gut. Solange du nicht den Bauch stundenlang anstrahlst, steht der künstlichen Sonne nichts im Weg. Übertreiben solltest du es so oder so nicht. Ob richtige oder künstliche Sonne. Zuviel ist immer schädlich.

Schön oder gesund durch die Schwangerschaft?

Gesundheit kommt vor Schönheit. Das sollte jeder Schwangeren bewusst sein. Was nicht bedeutet, dass du auf die Schönheit komplett verzichten musst. Schminken darfst du dich zum Beispiel ganz normal. Trage Lidschatten auf oder auch Lippenstift. Äußere Bemalungen stören dein Baby ganz und gar nicht. Nur beim Haare und Wimpern Färben solltest du ein wenig aufpassen. Viele Ärzte sind der Meinung, Haare färben ist in der Schwangerschaft nicht schädlich. Hierzu gibt es aber leider unterschiedliche Meinungen. Wenn man daran denkt, was Haarfärbemittel auslösen können, ist es nicht so harmlos, wie manche behaupten. Es sind bereits Personen an einer Allergie gestorben und deswegen solltest du es, wenn möglich vermeiden. Auch, wenn du vorab nie Probleme mit Haarfarben hattest, kann jetzt alles anders sein. Dein Körper hat sich verändert und reagiert auf viele Stoffe anders. Wenn es unbedingt eine neue Farbe sein muss, setzte am besten auf Tönungen. Empfohlen wird ferner ein Besuch beim Frisör, weil dieser weiß, wie es richtig funktioniert. Teile deinem Frisör bereits bei der Reservierung mit, dass du Schwanger bist und frag nach, ob sie überhaupt bei Schwangeren färben. Generell, darf die Farbe nicht auf die Kopfhaut gelangen. Passieren kann leider immer was, deswegen solltest du überlegen, ob du das Risiko eingehst oder nicht. In der Schwangerschaft und Stillzeit darfst du gerne auf Giftstoffe verzichten. Damit sind nicht nur Alkohol oder Zigaretten gemeint, sondern auch solche Gifte wie Haarfärbemittel. Zwar wird immer wieder angepriesen, dass sie doch so harmlos sind, aber wie gesagt, es gibt keine Garantie.