Die 20. Schwangerschaftswoche (20. SSW)

Halbzeit ist angesagt. Wie beim Fußball darfst du dich die nächsten Wochen ausruhen und die schönen Seiten des Lebens genießen. Langsam aber doch, geht es in Richtung Endspiel und es gibt kein Zurück mehr. Hast du es bis zur 20. Schwangerschaftswoche geschafft, ist das schlimmste mittlerweile vorbei. Die kritische Phase der Frühschwangerschaft wie auch die kritischen Untersuchungen. Passieren kann immer etwas, ob in der Schwangerschaft, während der Geburt oder danach. Aber die Prozentzahl sinkt Tag zu Tag. Du musst dir also keinen Kopf machen und ständig mit ängstlichen Gedanken durch den Tag ziehen. Das ist nicht nötig. Im Gegenteil. Jetzt, darfst du dich aufs Baby wirklich freuen. Fang an, einen Namen auszusuchen und plane das Kinderzimmer.
Bis zur Geburt sind es etwa 22 Wochen und jetzt schon, benimmt sich dein Bauchzwerg wie ein Neugeborenes. Es schläft, ist wach, spielt eine Runde und schläft erneut. Außerhalb deines Bauches ist dein Kind jetzt noch nicht lebensfähig, weil es zu klein ist. Zwar gibt es mittlerweile schon Spezialkliniken die sich um riskante Frühgeburten kümmern. So eines muss man im Notfall erst einmal anvisieren können. Ab wann, sind Babys eigentlich lebensfähig? Ab der 25 Woche sind die Chancen durchaus hoch. Richtig gepflegt, kommen viele durch, die so früh geboren werden. Generell sagt man, je länger sie im Bauch bleiben, desto geringer das Risiko. Nur ist nicht jeder Mensch gleich. Es haben auch 20 Wochen alte Babys überlebt und 30 Wochen alte nicht. Hier gibt es leider keine Garantie. Mach dir über solche Dinge am besten keine Gedanken. Die Chancen einer Frühgeburt sind ziemlich gering.

Dein Baby in der 20. Schwangerschaftswoche

Willkommen in der Halbzeit. Auch dein Baby freut sich, dass es bereits die Hälfte hinter sich hat. Wohlbemerkt hat es die erste Zeit nicht mitbekommen und in der letzten wird es ziemlich eng. Dennoch, das Ziel kommt immer näher. Dein Kind ist in dieser Woche etwa 16 cm groß und wiegt zwischen 150 und 300 g. Wieder ist es ein Stück gewachsen und auch diesmal gilt. Es gibt keine Norm. Falls dein Kind kleiner oder größer ist, lass es einfach in Ruhe wachsen. Es wird alle anderen wahrscheinlich noch aufholen. Viele Frühgeburten Zwerge sind jetzt 180 Zentimeter oder größer. Deswegen muss sich niemand Gedanken darum machen, wie groß das Baby im Bauch oder bei der Geburt ist. Genauso kommt es vor, dass Riesenbabys klein bleiben. Alles ist möglich und auch nicht.

In dieser Woche verändert sich an deinem Baby selbst nicht viel, außer, dass es immer aktiver wird. Jetzt fängt das Leben erst so richtig an. Als würde es spüren, dass der Platz im Bauch immer kleiner wird. Es strampelt, zieht an der Nabelschnur und spielt mit den Händen. Mal macht es eine Faust, dann tanzt es wieder rum und macht Purzelbäume. So ein Leben im Bauch ist schon ziemlich angenehm. Soviel Platz, jede Menge Fruchtwasser zum austoben und sicher ist der Zwerg auch noch dazu. Babys bereiten sich ferner darauf vor, direkt nach der Entbindung hinauf zur Brust zu kriechen. Was unmöglich erscheint, ist in manchen Völkern durchaus noch üblich. Bei uns müssen Babys nichts machen, sie werden gleich nach der Geburt gewaschen, gepflegt und der Mutter in die Arme gelegt. In anderen Völkern und auch bei manchen Hausgeburten mit spirituellem Hintergrund geht es langsamer zu. Manchmal legt man das Baby einfach auf den Bauch und der natürliche Reflex des Kindes sorgt dafür, dass es nach der Brust der Mutter greift.

Das Training im Bauch ist nicht nur zur Neugier gedacht. Babys trainieren automatisch, weil sie dadurch mehr Kraft bekommen. Kaum zu glauben, aber wahr. Sie absolvieren bereits im Mutterleib, Krafttraining, dass das Leben auf der Erde besser funktioniert. Wenn das Baby entsteht, hat es zwar Muskeln, diese sind aber ziemlich schlapp. In etwa so, wie bei einem Menschen, der Monate lang im Bett liegen muss. Solche Kandidaten müssen nach und nach wieder trainieren, um ihre Muskeln in Schwung zu bringen. So auch Babys. Jedes Mal, wenn dein Kind, die Hand zu einer Faust macht, trainiert es den Arm- und Handmuskel. Tretet es mit den Beinen, wird der Unterkörper in Form gebracht. Wassergymnastik von der feinsten Art. So einen Service muss man als Baby schließlich ausnutzen, solange man es noch hat. Da die Gebärmutter in dieser Woche schon am Bauch anstößt, kannst du das Baby nicht nur spüren, sondern wahrscheinlich auch sehen. Das ist eine besondere Freude für die Väter oder Geschwister. Zu Anfang ist diese Situation ein wenig gewöhnungsbedürftig, wenn plötzlich ein Fuß durch die Bauchdecke ragt. Aber, du gewöhnst dich daran und wirst es irgendwann einmal missen.

Nicht nur ihr könnt das Baby spüren, auch das Kind spürt euch beziehungsweise dich. Deswegen solltest du deinen Bauch jetzt öfter streicheln und deinem Baby zeigen, dass du es jetzt schon liebst. Diesen Kontakt von außen mögen Babys und lassen sich dadurch auch beruhigen, falls sie wieder einmal stundenlang im Bauch tanzen. Auch Musik ist jetzt nicht verkehrt. Du möchtest, dass dein Kind ein Mozartfan wird? Nur zu, spiel ihm die CDs vor und wundere dich. Oft ist es so, dass Kinder später die Musik mögen, die sie im Bauch hörten. Ein umgekehrter Effekt ist leider auch möglich. Jene, die genug davon hörten, vermeiden später diese Musikrichtung. Den Kids kann man es einfach nicht rechtmachen. Und im Endeffekt entscheidet sowieso das Schicksal, was dein Kind mag oder auch nicht.
Manche Mütter haben Angst, dass es dem Kind nicht gut geht, wenn es sich eine Zeit lang nicht bewegt. Es ist normal, dass dein Baby eine Zeit lang schläft und es ruhig in deinem Bauch ist. Falls du bedenken hast, klopf leicht am Bauch und du wirst garantiert eine Bewegung wahrnehmen. Solltest du dennoch ein komisches Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt. Der Mutterinstinkt irrt sich selten, geh am besten zum Arzt und lass es abchecken. Dieser kann die Herztöne kontrollieren und gucken, ob sich alles so entwickelt, wie es sollte.

Der nächste Kontrolltermin

Wahrscheinlich hast du in diesen Wochen deinen zweiten großen Ultraschalltermin. Immer wieder möchten Ärzte Untersuchungen durchführen, die nicht zwingend nötig sind. Deswegen solltest du dir in aller Ruhe überlegen, welche für dich in Frage kommen. Spezielle Untersuchungen zahlen sich nur dann aus, wenn es bereits schlimme Erkrankungen in der Familie gab. Eine davon ist zum Beispiel die Nabelschnurpunktion. Hier wird Blut von der Nabelschnurr entnommen und dieses im Labor getestet, ob irgendwelche Krankheiten vorliegen.
Bei der Ultraschall Untersuchungen werden verschiedene Dinge gemessen. Darunter die Scheitel-Fersen-Länge, der Biparietale Durchmesser (Kopfdurchmesser Schläfe zu Schläfe), die Femurlänge (Oberschenkelknochen) und der Fronto-okzipitaler Durchmesser (Von der Stirn zum Hinterkopf). Neben den Abmessungen ist eines wichtig, der Herzschlag vom Baby und von dir, die Fruchtwasser Menge, die allgemeinen Bewegungen vom Bauchbewohner und wo die Plazenta liegt. All diese Ergebnisse werden im Mutterpass notiert und lassen sich dort nachlesen. Falls du bedenken hast oder weitere Untersuchungen wünscht, besprich das am besten jetzt mit deinem Arzt. Keine Sorge, falls du die eine oder andere Frage vergisst, hast du immer noch die Möglichkeit, ihn telefonisch zu kontaktieren oder du besprichst es mit deiner Hebamme. Merke dir eines. In der Schwangerschaft ist keine Frage zu viel.

Du in der 20. Schwangerschaftswoche

Zur Vorwoche wird sich nicht viel bei dir verändern. Die meisten erwähnten Beschwerden kommen und gehen. Unabhängig von einer genauen Woche. Bei manchen Frauen fangen die Hautprobleme erst jetzt an, bei anderen sind sie wieder vorbei. Typisch für die 20. SSW ist der Blutkreislauf, der sich nun ziemlich verändert. Bis zu 50 % mehr Blut fließt jetzt durch deinen Körper und das sorgt häufig für Krampfadern. Manchmal kommt es ferner zu Nasen- oder Zahnfleischblutungen. In geringen Mengen ist es normal. Sollte es zu stärkeren Blutungen kommen, kontaktiere unbedingt deinen Arzt. Auch, falls es zu Schmierblutungen kommt, solltest du es nicht verabsäumen. Zahnschmerzen sind auch keine Seltenheit in dieser Zeit. Solltest du starke Schmerzen bekommen, denke daran – keine Schmerzmittel ohne Erlaubnis einnehmen. Frag am besten im Vorfeld deinen Zahnarzt, was er dir im Notfall empfiehlt. Bekanntlich kommen diese Schmerzen immer nachts, wenn man niemand erreicht, deswegen ist es immer gut, vorzusorgen. Je besser du vorbereitet bist, desto angenehmer wird deine Schwangerschaft verlaufen. Schmerzen kommen und gehen. Hast du passende Arzneimittel daheim, erledigt sich das alles viel schneller. Im Notfall nach Lösungen suchen, verstärkt den Schmerz nur und ist Stress pur für das Baby. Das will nachts schließlich auch schlafen und keine Mutter, die vor Zahnschmerzen stöhnt.

Da sich nicht nur der Blutkreislauf verändert, sondern ferner der Hormonhaushalt, kann es sein, dass deine Handflächen und Fußsohlen röten. Auch das ist normal. Sie jucken häufig und sind ziemlich trocken. Hol dir am besten eine Feuchtigkeitscreme und massiere deine Gliedmaßen, dass sie die beste Entlastung bekommen. Wenn gleich es jetzt ziemlich juckt, in ein paar Tagen ist auch dieser Spuck wieder vorbei. Je schneller sich alles in deinem Körper einpendelt, desto schneller hast du deine Ruhe. Deswegen: Denk positiv und nimm bestimmte Dinge so an, wie sie sind. Bekanntlich ist es so, dass Gedanken – Berge versetzen. Beschwerst du dich ständig über gewisse zustände, verstärkst du diesen nur noch mehr. Think Pink heißt die Devise. Gewisse Dinge lassen sowieso nicht ändern, aber deine Gedanken schon.

Neue Unterwäsche braucht die Mutter

Auch deine Brüste verändern sich jetzt stark. Hoffentlich hast du dir bereits Stilleinlagen geholt, weil jetzt immer mehr Muttermilch austreten wird. Zwar handelt es sich dabei, nur um wenige Tropfen. Dennoch kommt es dir vor, als würde ein Meer an Milch aus dir raus fließen. Mit passenden Einlagen, bleibt alles trocken und du fühlst dich wohler in deiner Haut. Abgesehen davon, werden deine BHs langsam zu eng. Hol dir am besten einen speziellen Still-BH oder solch einen, wo du dich wohler fühlst. Zu eng sollten sie jetzt nicht sein, aber dennoch sollte der Busen richtig sitzen. Lass dich am besten im Fachhandel beraten. Da deine Brüste jetzt wachsen ohne Ende, kann es durchaus zu Rückenschmerzen kommen. Um das zu vermeiden, solltest du ferner, einen guten BH tragen. Frauen, die bisher nur kleine Brüste hatten, müssen sich ein wenig umstellen. Auch, wenn sich keine Beschwerden bemerkbar machen, dein Bindegewebe dankt es dir auf jeden Fall. Denk immer daran, es gibt auch ein Leben nach der Schwangerschaft. Deswegen solltest du deine Oberweite so einpacken, dass sie optimal sitzt und nicht ihre Form verliert. Tipp: Wähle am besten einen BH mit breiten Trägern und mehrfachen Verschlussweiten. Sonst musst du dir ab jetzt, alle paar Wochen neue BHs kaufen. Das geht auch auf die Nerven und kostet Geld. Investiere das Geld besser in Qualitätsware und du hast mehr davon.

Vielleicht stellst du dir die Frage. Was denkt der Partner, wenn er nur noch hässliche Schwangerschaftsunterwäsche sieht. Erstens, wird er sich nichts dabei denken und zweitens, es gibt auch hübsche Unterwäsche. Du bekommst stinknormale Sachen in Weiß. Aber auch wundervolle Dessous, um die dich, deine nichtschwangeren Freundinnen beneiden. Du kannst dir ruhig ein oder zwei solche Teile zulegen. Das stärkt das eigene Selbstwertgefühl und deinen Partner kannst du damit auch überraschen. Denk daran, dieser benötigt in der Schwangerschaft auch deine Aufmerksamkeit. Fast der ganze Tag dreht sich nur noch ums Baby. Kein Wunder, dass viele Männer eifersüchtig werden. Das gilt im Übrigen auch für Frauen, falls du eine Partnerin hast. Da ist wahrscheinlich noch schlimmer. Wenn dein Baby mit zwei Müttern groß wird, solltest du deine Partnerin so oft als möglich mit einbeziehen. Besonders Frauen bekommen Muttergefühle, wenn es nicht ihr leibliches Baby ist. Jetzt in der Schwangerschaft kannst du wohl nicht viel unternehmen, aber beziehe sie zumindest danach ein. Ob Geschwister, Partner, Eltern, Freunde oder Verwandte. Kümmere dich um sie, wann immer es dir gut geht und du Zeit hast. Es werden wieder Zeiten kommen, wo du Schmerzen hast oder dich nicht bewegen kannst. In diesen, werden sie sich gerne unterstützen und gewisse Dinge für dich erledigen. Als Gegenleistung, solltest du ein offenes Ohr für sie haben, solange du die Möglichkeit hast.

Vor allem deine Freundinnen brauchen Aufmerksamkeit. Geht nochmal gemeinsam feiern und genießt das Leben ohne Kinder. Danach wird fürs Erste alles anders sein. Je mehr ihr jetzt noch unternehmt, desto weniger wird es dir später abgehen. Generell kann dir niemand vorwerfen, dass du in der Schwangerschaft für niemand da warst. Achtung: Pass auf, sie alle wollen dir auf den Bauch greifen. Deswegen sollst du nicht zu viele Menschen auf einmal besuchen oder einladen. Weil das, könnte deinen Zwerg und dich ein wenig überfordern. Außer, du stehst auf Kuscheleinheiten dieser Art. Mach, was dir gut tut und deine Schwangerschaft wird dir in schöner Erinnerung bleiben.