Die 36. Schwangerschaftswoche (36. SSW)

Sobald du in der 40. SSW angekommen bist, endet offiziell gesehen die Schwangerschaft. Babys halten sich nur selten an die Regeln, weil es in deinem Bauch so schön gemütlich ist, bleibt dein Bewohner vielleicht noch einige Tage länger. Gratis Kost und Loggie bekommt man ja nirgendwo mehr auf der Welt. Dein Körper hat die ideale Temperatur und weiß genau, was dein Kind für Nährstoffe braucht. Kein Wunder, dass sich die Kids im Bauch am wohlsten fühlen. Einziger Nachteil: das Animationsangebot endet langsam und generell wird es eng. Irgendwann fühlt sich der treuste Bewohner nicht mehr wohl und möchte raus. Manche lassen sich dadurch auch nicht beirren. Gut möglich, dass man dein Baby rausholen muss, weil es sich nicht von der „ersten Wohnung“ trennen kann.

Generell ist es so, dass Babys meist zwei Wochen zu früh oder zu spät auf die Welt kommen. Am berechneten Geburtstagtermin kommen sie nur selten. Abgesehen davon, wissen viele nicht, wann es gezeugt wurde. Deswegen ist es gar nicht möglich, genau zu berechnen, wann es so weit ist. Die Geburt wird nicht sofort eingeleitet, sobald die 40. SSW Grenze überschritten ist. Ärzte warten meistens zwei Wochen, außer es gibt bereits Komplikationen. Falls dein Baby wirklich noch nicht raus will, gibt es jetzt ständig Untersuchungen. Schließlich muss der Arzt, beziehungsweise deine Hebamme beobachten, ob alles in Ordnung ist.

Da es in deinem Bauch immer enger wird, wird ferner kontrolliert, wie die Nabelschnur liegt. Bei manchen Babys wickelt sich diese um den Hals und das ist leider nicht gut, weil es sonst ersticken könnte. Das ist im Übrigen auch ein häufiger Grund für einen Kaiserschnitt. Bemerken Ärzte, dass sich die Herztöne des Babys verändern, liegt es oft daran, dass sie zu ersticken drohen. Sie bekommen Panik und das macht sich natürlich bemerkbar. Das sind Vorteile, die eine Klinik mit sich bringt. Wer zuhause entbindet, kann solche Dinge nicht so rasch feststellen und nicht sofort handeln.

Dein Baby in der 40. Schwangerschaftswoche

Nun ist dein Baby etwa 51 Zentimeter lang und 3.400 Gramm schwer. Dabei handelt es sich immer noch um Mittelwerte, die stark variieren können. Möglich, dass es nur 48 Zentimeter groß ist oder bereits 3.600 Gramm wiegt. Es ist kein Wettbewerb, welches Baby nun schwerer und größer ist. Es wird sich auch nichts daran ändern. Falls du bereits jetzt eine Modelkarriere für dein Mädchen planst, freu dich nicht zu früh. Niemand sagt, dass ein großes Kind auch ein großer Mensch wird. Manche bleiben klein und andere Frühchen werden zwei Meter groß. Wundere nicht, was aus dem kleinen Bauchbewohner später einmal wird.

Der Kopf deines Babys besteht noch nicht aus einem fertigen Gehirn. Du kannst dir das in etwas so verstellen, als würde man das Gehirn auseinander schneiden und es bleiben einzelne Platten übrig. Diese können sich während der Geburt verschieben, sodass der Kopf nicht so schmerzt, wenn er durch das Becken dringt. Erst nach der Entbindung wachsen diese Platten langsam zusammen und lassen sich dann nicht mehr verschieben. Manche Neugeborenen haben einen schiefen Kopf oder einen, der sich komplett verformt. Hab keine Angst, das ist ganz normal und ändert sich in einigen Monaten.

Du in der 40. Schwangerschaftswoche

Wie wird es dir wohl gehen? Du bist aufgeregt, nervös, müde, angespannt, aber voller Vorfreude. So in etwa lässt sich das Gefühl beschreiben, wenn es einfach noch nicht losgeht. Sobald die 40. SSW beginnt und dein Baby noch keine Anstalten macht auf die Welt zu kommen, geht es auf jeden Fall einmal ab zum Onkel Doktor. Dort wird kontrolliert, ob alles in Ordnung ist. Vor allem die Plazenta und das Fruchtwasser werden überprüft, weil diese dein Baby schützen. Sind diese beiden Faktoren, wie auch die Herztöne und alles andere in Ordnung, wird er dich wieder nach hause schicken. Dort darfst du auf den Tag X warten. Falls du ein wenig nachhelfen möchtest, das solltest du aber erst ab der 40. SSW tun, kannst du lange Spaziergänge einplanen. Diese erhöhen den Druck und sorgen dafür, dass die Wehen eventuell früher einsetzen. Ebenso sagt man, dass Wärme die Geburtswehen verstärkt. Deswegen solltest du dich in eine warme Wanne legen und entspannen. Während du relaxst, kann sich dein Kind in Ruhe auf die Geburt vorbereiten. Wie heißt es so schön: dann, wenn man es nicht erwartet, kommt es von alleine. Gut möglich, dass es sich in der Wanne bemerkbar macht und genau dann raus möchte.

Übertreibe es mit deinen Wehen Programm bitte nicht. Eine Geburt ist ein natürlicher Faktor. Dein Kind kommt dann auf die Welt, wenn es möchte. Vielleicht will es unbedingt ein Stier werden und kein Widder. Spirituell gesehen ist der Zeitpunkt wichtig, weil sich das ganze Leben dadurch verändern könnte. Ein Tag zu früh oder spät und dein Baby trifft später nicht seinen Traumpartner, weil du in sein Leben pfuscht. Das klingt alles ein wenig Esoterik übertrieben, aber wer daran glaubt, lässt alles seinen Lauf gehen. Warum und wieso, wirst du später bemerken, wenn es einmal auf der Welt ist.

Gönne dir nochmals schöne Stunden mit deinem Partner. Feiert Abschied vom Alleinsein und genießen einen schönen Abend. Verabredet euch für morgen Abend und dann für den nächsten. Die Vorfreude auf ein gemeinsames Dinner und die Kuscheleinheiten werden groß sein und da möchte man sich nicht vom Baby stören lassen. Wetten, genau dann, mischt es sich ein und unterbricht das Date mit der ersten Wehe? Freue dich auf diese Zeit, sie ist spannend und aufregend zu gleich.

Das Wunder der Geburt

Wolltest du immer schon wissen, wie dein Baby die Geburt erlebt? Nun die Gefühle kann niemand wirklich nachvollziehen. Zwar wurden wir alle irgendwie geboren, aber erinnern kann sich kaum jemand an diesen Vorgang. So schlimm kann es im Endeffekt nicht gewesen sein, sonst wäre das Drama noch tief in uns verankert. Geht die Geburt los, zieht sich die Gebärmutter zusammen und die Wehen beginnen. Dadurch wird das Baby stets nach unten gedrückt. Durch den Druck der dabei entsteht, öffnet sich der Muttermund immer mehr, bis das Baby irgendwann durchflutschen kann. Je näher das Kind dem Geburtskanal kommt, desto enger wird es. Deswegen zieht es die Beine und Arme nahe an sich, dass es weiter kommt und die heimisch gewordene Umgebung schnell verlässt.

Die Wehen massieren das Baby und schieben es immer weiter nach draußen. Wer glaubt, die Babys ruhen sich dabei aus, täuscht sich gewaltig. Dein Baby arbeitet sogar mit. Einerseits drückt es sich mit den Füssen von der Innenwand ab und bewegt seinen Kopf, so dass es leichter den Geburtskanal schlüpfen kann. Kurz bevor es rauskommt, muss es sich rechtwinklig biegen. Ist dieser Moment geschafft, rutscht der Rest ohne Probleme raus. Deswegen sagt man auch: sobald der Kopf da ist, ist der Körper nur noch ein Klacks dagegen. Gleich danach schreit das Baby in der Regel und öffnet somit seine Lungen, die bis zusammenklebten. Ab jetzt kann es alleine atmen und die Welt von außen wahrnehmen.

Wie geht es nach der Geburt weiter?

Wenn deine Geburt normal verläuft, legen dir die Ärzte beziehungsweise die Hebamme, dein Baby auf den Bauch, sodass ihr euch erstmalig berühren könnt. Diesen Moment solltest du in Ruhe genießen. Er ist sehr innig und intim. Dein Baby sieht das erste Mal mit wem es neun Monate zu tun hatte. Falls der Vater dabei ist und möchte, darf dieser die Nabelschnur durchtrennen. Ein ebenso inniger Moment, auf den viele Väter stolz sind. Danach wird dein Baby gewogen, gemessen und gebadet. Außerdem finden die ersten Untersuchungen statt, ob alles in Ordnung ist.
Währenddessen darfst du dich ein wenig ausruhen oder duschen gehen. Weil gleich danach, möchtest du schließlich dein Baby näher kennenlernen und es nicht so schnell aus der Hand geben. Auch dein Partner oder andere Familienmitglieder und Freunde dürfen jetzt das Baby begutachten. Achte nur darauf, dass nicht zu viele Besucher auf einmal da sind. Viele Kliniken möchten das nicht, weil es noch andere werdende Mütter gibt, die Ruhe brauchen.

Im Übrigen: nach dem dein Baby auf der Welt ist, kommt noch der Mutterkuchen nach. Die Nachgeburt, wie man es diesen auch nennt, wird entsorgt oder im Garten eingegraben. Je nach Kultur kann man damit machen was man will. Falls du dich entschieden hast, das Nabelschnurblut einzufrieren, wird auch das für dich erledigt. Ferner kannst du es natürlich auch spenden. Bitte erkundige dich im Vorfeld, was du mit den Geburtsresten machen möchtest. Ansonsten werden sie gleich wegtransportiert.

Wie lange muss man im Krankenhaus bleiben?

Bei einer normalen Geburt, ohne Komplikationen, kannst du nach etwa drei Tagen die Klinik verlassen. Ist es bereits dein zweites Baby, darfst du auch sofort gehen, wenn du möchtest. Das geht auch beim ersten Kind, nur wird es nicht empfohlen. In der Klinik hast du Vorteile. Man passt auf dein Baby auf, du kannst dich in Ruhe ausruhen, bekommst Speisen serviert und man zeigt dir, wie du mit deinem Kind umgehst. Vom Wickeln bis hin zur Stillberatung wird dort alles angeboten. Natürlich hilft dir zuhause auch eine Hebamme. Aber diese ist dennoch nicht 24 Stunden bei dir. Deswegen ist das Klinikangebot doch eine gute Alternative.

Nach einem Kaiserschnitt, darfst du das Krankenhaus erst nach etwa einer Woche verlassen, weil dein Bauch genäht wurde. Es wäre einfach zu gefährlich, wenn du sofort nach hause fährst. Im Krankenhaus können die Ärzte besser kontrollieren wie es dir geht und kümmern sich in der Zwischenzeit um dein Baby. Das Problem ist auch, dass du dein Baby nicht tragen darfst. Du würdest damit deine Kaiserschnittwunde verletzen. Deswegen sagt man auch, ein Kaiserschnitt ist keine gute Alternative. Zwar hat man während der Geburt keine Schmerzen, aber dafür danach und das mehrere Wochen lang. Unabhängig davon, dass du nicht so schnell nachhause gehen darfst.

Gab es beim Baby oder bei dir Komplikationen, entscheidet der Arzt, wann ihr das Krankenhaus verlassen dürft. Wenn dein Kind irgendwelche Probleme hat, kann es durchaus passieren, dass es operiert wird oder ähnliches. Dann hat sich die Frage erledigt, wann ihr heim kommt. Das kann keiner genau sagen. Ist alles in Ordnung, höchsten drei Tage. Alles andere wird sich zeigen. Mach dir aber keine Gedanken darum, es wird schon alles gut gehen. Und falls etwas ist, bist du in den besten Händen.

Ab nach Hause mit dem Baby

An dem Tag, wo es zurück in die Wohnung bzw. das eigene Haus geht, solltest du einiges beachten. Wirst du mit dem Auto abgeholt, sorge dafür, dass dieses einen Kindersitz hat. Ohne diesen darfst du dein Baby nicht transportieren. Falls du mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach hause fährst, wähle nicht gerade die Rushhour. Fahre zu einer Zeit, wo wenig los ist und wo dein Baby Ruhe hat. Schließlich ist dein Zwerg erst wenige Tage auf der Welt und möchte nicht sofort mit dem Chaos konfrontiert werden. Sorge dafür, dass über dem Kinderwagen oder über dem Tragetuch, ein weiteres Tuch hängt, das dein Baby schützt. Vor allem dann, wenn stark die Sonne scheint. Dein Baby ist das alles nicht gewöhnt und leicht reizüberflutet. Deswegen solltest du darauf unbedingt achten.

Besitz du alles zuhause, was nötig ist? Falls du beispielsweise Probleme beim Stillen hast, lass dir aus der Klinik Ersatzmilch mitgeben. Außer, du hast bereits Nahrung zuhause. Neben der Milch sind Windeln wichtig und Wickelzubehör. Da manche Eltern bis zur Geburt warten, kaufen sie erst alles später ein. Falls ihr absolut nichts zuhause habt, sollte ein Elternteil unbedingt in den Supermarkt fahren und das Zeugs besorgen. Wenn ihr lieb fragt, bekommt ihr ein paar Sachen im Krankenhaus geschenkt. Rechnet aber nicht damit, dass man euch die komplette Erstausstattung mitgibt. Die Bodys, welche die Babys in den Kliniken tragen, sind meistens nur Leihwaren und müssen zurückgegeben werden. Man geht davon aus, dass werdende Eltern sich um eigene Kleidung kümmern.

Die ersten Tage zu Hause

Sobald du zuhause bist, kümmert sich in der Regel eine Hebamme um deine Bedürfnisse. Diese wird von der Krankenversicherung finanziert und lässt dich nicht alleine. Gerade in den ersten Tagen kommen viele Fragen auf. Was bedeuten die Schreie, wann wird es gefüttert? Muss man es ständig wickeln? Wie badet man das Baby und vieles mehr. Ein Vorbereitungskurs mag toll sein, ersetzt aber nie das, was eine Hebamme einem live zeigen kann. Ein richtiges Kind ist nun einmal keine Puppe. Man fasst es anders an und hat das Gefühl, man arbeitet an feinem Porzellan. Natürlich sind die Berührungsängste am Anfang größer, aber keine Angst, das verändert sich rasch. Ein paar Wochen ist es ganz normal für dich. Du schleppst dein Baby ohne Rücksicht auf Verluste durch die Gegend und kümmerst dich nicht mehr um die Anfängerfragen. Der Mutterinstinkt erwacht und sorgt dafür, dass du automatisch alles richtig machst.

Jeder macht sich Sorgen und aus fast allen Menschen wurde etwas. Natürlich gibt es unter vielen Gewinnern auch einige Verlierer. Aber nicht alle Eltern sind schuld daran. Jeder Mensch ist im Endeffekt für sich selbst verantwortlich. Neben der Erziehung, wirken noch ganz andere Faktoren, die wir nicht beeinflussen können. Du kannst nur versuchen, das Beste daraus zu machen. Freu dich auf eine wunderbare Zeit mit deinen Zwerg und genieße, wie er größer wird. Viel Glück bei der Schwangerschaft, viel Kraft bei der Geburt und viel Spaß mit deinem geschlüpften Baby. Die nächsten 18 Jahren werden garantiert nicht langweilig und dein Kind wird dich ständig auf Trab halten. Wir wünschen dir damit viel Erfolg!