Schwanger werden – Was es zu beachten gilt

Ein Paar versucht schwanger zu werden.

In einer glücklichen Beziehung stellt sich für die Paare irgendwann die Frage, ob sie ein gemeinsames Kind haben wollen. Wenn beide Partner mit ihrem Kinderwunsch übereinstimmen, dann gibt es einige Dinge, die sie beachten sollten, um ihre Chancen zu erhöhen, schwanger werden zu können.

Eine entspannte Umgebung

Ein erster Schritt zum Schwanger werden ist die Schaffung der richtigen Umgebung. Denn Stress, Anspannung und Ärger im Alltag können sich sowohl auf den Kreislauf von Männern als auch von Frauen auswirken. So wird unter anderem das Hormon Prolaktin vermehrt unter Stress ausgeschüttet. Dieses Hormon, das während der Schwangerschaft für das Wachstum der Brüste und der Produktion des Milchsekrets bei Frauen verantwortlich ist, verhindert im Vorfeld das Schwanger werden. Denn ein hoher Wert an Prolaktin im Blut führt dazu, dass bei Frauen sowohl der Eisprung als auch die Regelblutung ausbleibt, wodurch der ganze weibliche Zyklus durcheinander kommt. Bei Männern kann vermehrtes Prolaktin dagegen zur Impotenz und dazu, dass die Männer schlicht keine Lust auf Geschlechtsverkehr haben.

Um einer überhöhten Prolaktin-Produktion vorzubeugen hilft es dagegen bereits, wenn man sich selbst jeden Tag einige kleine Ruhepausen einräumt. Dabei reichen bereits fünf bis zehn Minuten der Entspannung, um sich und seinem Hormon-Haushalt etwas Gutes zu tun. Auch Entspannungstechniken wie beispielsweise eine Mediation entlasten den Körper effektiv und fördern die Chancen darauf, dass man schwanger werden kann. Außerdem sollte man auf körperlich anstrengende Ertüchtigungen wie Joggen oder Kraftsport verzichten, da die zusätzliche Anstrengung ebenfalls zur erhöhten Hormon-Produktion führt. Das gleiche gilt übrigens auch für Sauna-Besuche, die den Kreislauf anregen und nahezu die selben körperlichen Reaktionen wie eine Jogging-Runde hervorrufen. Wesentlich effektiver fürs Schwanger werden ist dagegen ein regelmäßiger Spaziergang. Die frische Luft ist nicht nur gesund, sondern kann sich auch anregend auf die Libido auswirken.

Lebensweise umstellen

Während der Schwangerschaft sollten die Frauen auf eine gesunde Ernährung achten und Genussmittel wie Tabak und Alkohol zum Wohl des Babys meiden. Es schadet aber auch nicht, wenn man bereits vor dem Schwanger werden mit der Umstellung der Ernährung und der Lebensweise anfängt. Denn Frauen, die schwanger werden wollen, benötigen viele Vitamine und Mineralien. Dadurch wird auch die Chance erhöht, dass sich eine Eizelle besser in der Gebärmutter einnistet, was ja eine Grundvoraussetzung ist, um schwanger werden zu können. Bei der Ernährung sollten Frauen darauf achten, sich möglichst ausgewogen zu ernähren. Fastfood beispielsweise in Form von Pizza oder einem Döner sind zwar erlaubt, sollten aber nicht die Haupternährung sein. Stattdessen ist man besser mit viel Obst und Gemüse – besonders Spinat, Bohnen oder auch Tomaten – sowie Vollkornprodukten in Form von Brot oder Nudeln beraten, um die Chancen zum Schwanger werden zu erhöhen. Dadurch erhält der Körper nicht nur Vitamine, sondern auch Folsäure. Ein Vorrat an Folsäure ist eher als Präventiv-Maßnahme zu verstehen, da sie während der Schwangerschaft dazu benötigt wird, um eventuelle Nervenschäden beim Embryo zu beseitigen. Da der erforderliche Tagesbedarf an Folsäure allerdings nur schwer durch die normale Ernährung aufgenommen werden kann, sollten Frauen, die schwanger werden möchten, ungefähr eine Monat vor einer geplanten Schwangerschaft ihren Frauenarzt oder Hausarzt aufsuchen und sich ein Folsäure-Präparat verschreiben lassen.

Warum Genussmittel zu meiden sind

Wer regelmäßig Alkohol trinkt oder Zigaretten raucht, verringert seine Chancen zum Schwanger werden. Denn die Genussmittel wirken sich auf unterschiedliche Weise auf die Fruchtbarkeit bei Männern und Frauen aus. Nikotin ist zum Beispiel ein Zellgift, dass Spermien abtötet, wodurch die Fruchtbarkeit des Mannes sinkt. Alkohol wirkt sich dagegen unter anderem auf die Durchblutung aus und führt dazu, dass die Genitalien nicht wie für den Geschlechtsakt notwendig ausreichend durchblutet werden. Außerdem entsteht beim Abbau von Alkohol das Zwischenprodukt Acetaldehyd, welches sich nicht nur auf die Zellteilung im Körper negativ auswirkt, sondern auch die Hormon-Produktion negativ beeinflussen kann. Aber auch Koffein, die aufputschende Substanz von Kaffees und Tees, ist nicht besonders empfehlenswert für Frauen, wenn sie schwanger werden möchte. Denn Koffein regt den Kreislauf an und fördert auch zu einem Teil wieder die Produktion von Prolaktin. Darüber hinaus wirkt Koffein abführend, was bedeutet, dass man häufiger austreten muss, wodurch der Körper auch stärker Vitamine und Mineralien verliert. Auf Kaffee oder Tee braucht man in der Planung einer Schwangerschaft nicht gänzlich verzichten, allerdings sollte man den Konsum auf ein oder zwei Tassen am Tag reduzieren, wenn man schwanger werden möchte. Bei Männern kann eine Tasse Kaffee zwischendurch dagegen nicht schaden. Denn Forscher aus Brasilien haben in einer Studie herausgefunden, dass Koffein sich auf die Beweglichkeit von Spermien auswirkt und diese anregt. Die Spermien schwimmen also besser, wenn der Mann sich gelegentlich mal einen Kaffee oder Tee genehmigt.

Noch ein Arztbesuch

Neben dem Frauenarzt bzw. dem Hausarzt sollten Frauen, die schwanger werden wollen, auch ihren Zahnarzt aufsuchen. Das klingt zunächst seltsam, hat aber einen ernsten Hintergrund. Denn Studien der letzten Jahre haben gezeigt, dass viele Menschen unbewusst einen Stoff in ihren Zähnen tragen, der sich negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken kann: Amalgam. Zwar gehen die Meinungen auseinander, wie viel oder wie wenig Amalgam bereits einen Effekt haben kann, allerdings sind sich Experten darin einig, dass mehr als zehn Plomben aus Amalgam ein erhebliches Risiko für eine Schwangerschaft darstellen. Denn das Plomben-Material besteht aus einer Verbindung aus Metallen und Quecksilber – letzteres zählt zu den Schwermetallen, die bekannt dafür sind, dass sie sich im Körper an verschiedene Hormonrezeptoren haften können, wodurch die Aufnahme von Hormonen drastisch gehemmt wird. Ähnliche Effekte haben Pestizide und Insektenschutzmitteln, die bei Männern in hohen Dosen zur Schädigung der Spermien führen können. Solchen sogenannten Umweltgiften kann man zwar nicht gänzlich entgehen, allerdings können Paare, die schwanger werden möchten, sich zu einem gewissen Grad vor den Substanzen schützen. Ein Zahnarzt kann beispielsweise untersuchen, wie viele Plomben aus Amalgam ein Mann und eine Frau im Gebiss trägt und diese gegebenenfalls gegen neue Plomben aus Keramik austauschen. Bei Umweltgiften, die im Alltag auftauchen wie Lösungsmittel oder Insektenschutzmittel empfiehlt es sich dagegen, wenn man die Gebrauchsanweisungen und Warnhinweise genau durchliest und befolgt. Denn die Hersteller solcher Produkte sind dazu verpflichtet genau aufzuführen, ob ihre Mittel sich auf Schwangere auswirken können. Neben der Frage der Umweltgifte sollten Frauen, die schwanger werden möchten, bei einem Arztbesuch aber auch ihren Impfschutz überprüfen lassen. Dabei ist eine Impfung besonders gegen Röteln sehr wichtig, da eine Röteln-Erkrankung während einer Schwangerschaft zu Fehlbildungen des Babys führen kann.

Der richtige Zeitpunkt

Die Zeit ist ein wichtiger Faktor, wenn man schwanger werden möchte. Unter anderem müssen die Partner ihre Verhütungsmittel rechtzeitig absetzen, damit überhaupt die Chance auf eine Befruchtung besteht. Normale Verhütungsmittel wie ein Kondom oder eine Spirale ermöglichen quasi direkt nach dem ersten Verzicht eine Befruchtung. Wenn Frauen dagegen die Pille nehmen, kann es bis zu drei Monate dauern, bevor sie schwanger werden können, da sich der Hormon-Haushalt nach dem Weglassen des Medikaments erst wieder normalisieren muss. Bei der 3-Monats-Spritze kann es sogar bis zu einem Jahr dauern, bevor der Hormonspiegel der Frau wieder normal ist und sie schwanger werden kann. Wenn sich der Hormon-Haushalt der Frau wieder normalisiert hat, gilt es, ihren Zyklus mit dem Tag des Eissprungs zu berechnen, um festzustellen, zu welchem Zeitpunkt die Chance zum Schwanger werden am höchsten ist. Zur Berechnung des Eisprungs kann man beispielsweise die Kalender-Methode verwenden, bei der der Zyklus der Frau in zwei Phasen berechnet wird. In der ersten Phase zählt man den Abstand zwischen dem ersten Tag der Regelblutung und dem Eisprung, während die zweite Phase den Abstand zwischen dem Eisprung und dem letzten Tag der Regelblutung umfasst. Bei den meisten Frauen dauert die zweite Phase genau 14 Tage, sodass man auf diese Weise gut berechnen kann, wann der nächste Eisprung bevorsteht. Um die Chancen einer Schwangerschaft aber zu erhöhen, sollten die Partner nicht am Tag des eigentlichen Eisprungs, sondern bereits ein bis zwei Tage vorher miteinander schlafen. Auf diese Weise befinden sich bereits Samen im Eileiter, wenn der Eisprung erzeugt, wodurch die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung deutlich ansteigt.

Beim Sex zu beachten

Auch beim Geschlechtsverkehr gibt es Dinge, auf die man achten sollte, wenn man schwanger werden möchte. So empfiehlt es sich zum Beispiel, vor dem Akt noch einmal auf die Toilette zu gehen. Wenn eine Frau nach dem Sex auf Klo geht, dann kann es sein, dass einige Spermien mit dem Urin ausgeschieden werden, was die Chance zum Schwanger werden senkt. Außerdem sollten die Paare, falls möglich, beim Verkehr miteinander auf Gleitmittel verzichten. Einige chemische Komponenten in den Gels und Cremes sich auf die Spermien auswirken und diese entweder abtöten oder ihre Beweglichkeit einschränken.

Beim Liebesspiel selbst haben die Partner nahezu jegliche Freiheiten, solang es ihnen Spaß und Lust bereitet. Es hilft allerdings, wenn die Frau im Moment des Samenergusses unten liegt. Denn dann werden die Spermien von der Schwerkraft unterstützt und können leichter in Richtung Eizelle schwimmen. Zwar können Frauen auch bei anderen Positionen schwanger werden, aber die Wahrscheinlichkeit dafür nimmt ab – besonders wenn die Spermien entgegen der Schwerkraft arbeiten müssen. Übrigens empfiehlt es sich, wenn Männer und Frauen auch nach dem Orgasmus noch einen Moment verweilen und nicht direkt zum Tagesgeschäft übergehen, wenn man schwanger werden möchte. Denn dadurch kann das Sperma nicht direkt wieder herausfließen und sucht sich eher seinen Weg zur Eizelle.

Keine Übertreibung, keine Entmutigung

Schwanger werden ist kein „Job“ oder „Sport“, weshalb es völlig kontraproduktiv ist, wenn man so oft wie möglich versucht miteinander zu schlafen. Denn dadurch wird aus dem Geschlechtsverkehr früher oder später nur noch ein notwendiges Übel zum Schwanger werden und die Lust sinkt. Das wirkt sich auch auf die Fruchtbarkeit von Männern und Frauen aus, wodurch die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft wiederum abnimmt. Wesentlich effektiver ist es dagegen, wenn die Partner nur alle zwei Tage miteinander schlafen, weil der Mann dann in dem Tag der Enthaltsamkeit wieder mehr Spermien produzieren kann. Außerdem sollten die Partner versuchen, sich selbst in die richtige Stimmung zu versetzen, bevor sie miteinander schlafen. Ein romantisches Abendessen, ein entspanntes Bad, gegenseitige Massagen oder kleine Spiele können dabei zur Steigerung der Lust helfen. Aber selbst, wenn alle Voraussetzungen perfekt sind, ist das noch lange keine Garantie dafür, dass eine Frau schwanger werden sollte. Denn pro Zyklus besteht nur eine Wahrscheinlichkeit von 25%, dass eine Eizelle erfolgreich befruchtet wird und sich in die Gebärmutterschleimhaut einnistet. Darum dürfen Paare nicht gleich enttäuscht sein, wenn es nicht beim ersten Eisprung mit dem Schwanger werden funktioniert. Denn je mehr Stress sich die Partner beim Schwanger werden machen, desto unwahrscheinlicher ist es, dass es innerhalb eines Zyklus wirklich mit einer Schwangerschaft klappt. Mit der nötigen Ruhe und Geduld kommen Paare früher oder später an ihr gemeinsames Ziel, nämlich, dass sie schwanger werden und bald eine Familie gründen können.

Fotolia © Kitty


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