Der Schwangerschaftsabbruch

Sind Sie schwanger und möchten Sie einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen, steht Ihnen diese Option bis zur zwölften Schwangerschaftswoche offen. Für den Abbruch selbst ist keine spezielle Indikation notwendig. Wenn Sie jedoch einen triftigen Grund für den Abbruch haben, können die Kosten von der Krankenkasse übernommen werden.

Bevor Sie den Schwangerschaftsabbruch durchführen lassen können, müssen Sie eine anonyme Beratung und die Konsultation durch einen zweiten Arzt nachweisen. Ihr Gynäkologe wird Sie entsprechend beraten. Wenn Sie die Kosten nicht selbst tragen können, ist es möglich, einen Antrag auf Übernahme durch das Sozialamt zu stellen. Dafür wird Ihr Verdienst überprüft. Liegt dieser unterhalb der aktuellen Grenzen für den Mindestbehalt, müssen Sie die Kosten nicht selbst tragen. Es wird nicht nur Ihr eigener Mindestgehalt berücksichtigt, sondern auch der für Kinder oder andere unterhaltspflichtige Angehörige, die Sie betreuen. Darüber hinaus können Mietkosten und, auf Antrag, weitere individuelle Belastungen berücksichtigt werden. Lassen Sie sich umfassend beraten. Ein Schwangerschaftsabbruch darf nicht an den Kosten scheitern, wenn Sie kein oder nur ein geringes Einkommen beziehen.

Die Kosten für einen Schwangerschaftsabbruch

Die Kosten für einen Schwangerschaftsabbruch sind von verschiedenen Faktoren abhängig. Sie können sich für einen ambulanten Eingriff bei einem niedergelassenen Gynäkologen oder in einem Krankenhaus entscheiden. Der ambulante Eingriff ist günstiger, weil die Kosten für den Aufenthalt in der Klinik wegfallen. Zu den Kosten für den Eingriff kommen die Gebühren für die ärztliche Beratung, die vor dem Schwangerschaftsabbruch obligatorisch ist, sowie für die Medikamente, die vor, während und nach dem Eingriff notwendig werden. Sollte es zu Komplikationen kommen, erhöhen sich die Kosten für den Schwangerschaftsabbruch nicht unerheblich. Wenn Sie keine Indikation für den Eingriff bekommen haben, müssen Sie einen Teil der Kosten selbst tragen. Die Krankenkasse zahlt die Gebühr für die ärztliche Beratung sowie alle ärztlichen Leistungen, die notwendig sind, um die Gesundheit vor, während und nach dem Eingriff zu erhalten. Wenn Komplikationen auftreten, müssen Sie diese nicht selbst tragen. Auch diese werden von der Krankenkasse übernommen. Sie zahlen die ärztlichen Leistungen für den eigentlichen Eingriff. Diese belaufen sich abhängig von der angewendeten Methode auf 200 bis 750 €. Wenn Sie für die Durchführung des Schwangerschaftsabbruchs in ein Krankenhaus gehen möchten, müssen Sie einen Tagessatz selbst zahlen. Dieser variiert von Klinik zu Klinik. Sie sollten sich direkt vor Ort erkundigen.

Einen ambulanten Schwangerschaftsabbruch bei einem niedergelassenen Gynäkologen können Sie in allen größeren Städten in entsprechenden Praxen vornehmen lassen. Alternativ bieten auch Krankenhäuser die ambulante Variante des Schwangerschaftsabbruch an. Entscheiden Sie sich dafür, brauchen Sie keinen Tagessatz an das Krankenhaus zu zahlen. Dies reduziert die Kosten recht erheblich.

Haben Sie eine Indikation für den Schwangerschaftsabbruch bekommen, müssen Sie die Kosten nicht selbst tragen, unabhängig davon, was Sie verdienen. Eine Indikation wird von einem Arzt oder in dem obligatorischen Beratungsgespräch festgestellt, das Sie vor jedem geplanten Abbruch wahrnehmen müssen. Berücksichtigt werden medizinische und kriminologische Indikationen. Medizinische Gründe sind unter anderem eine gesundheitliche Gefährdung der Mutter bei Fortsetzung der Schwangerschaft oder eine schwere Missbildung des Babys. Wird bei einer Fruchtwasseruntersuchung oder bei einem Ultraschall nach der zwölften Schwangerschaftswoche festgestellt, dass Ihr Baby eine schwere Behinderung oder Missbildung hat, können Sie sich auch nach der zwölften Woche noch für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden. Dieser wird von den Krankenkassen bezahlt.

Ein kriminologischer Grund für einen Schwangerschaftsabbruch ist eine Vergewaltigung. Die gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten, die privaten Kassen wehren sich oftmals dagegen. Sind Sie von einer Vergewaltigung betroffen und privat krankenversichert, sollten Sie von Ihrer Versicherung eine Einzelfallentscheidung einfordern. In Einzelfällen wird ein Schwangerschaftsabbruch nach einer kriminologischen Indikation auch von den privaten Krankenkassen bezahlt. Bei medizinischer Indikation ist die Übernahme der Kosten auch durch die privaten Krankenkassen gesichert.

Die Methoden des Schwangerschaftsabbruchs

Ein Schwangerschaftsabbruch kann auf verschiedene Weise herbeigeführt werden. Die angewendete Methode wird vom Arzt festgelegt. Sie haben darauf keinen Einfluss. Maßgeblich für die Entscheidung ist das Alter der Schwangerschaft und ob Sie bereits geboren haben. Möchten Sie Ihre erste Schwangerschaft mit einem Schwangerschaftsabbruch beenden und ist diese noch nicht weit fortgeschritten, wird in vielen Fällen ein medikamentöser Abbruch herbeigeführt. Gleiches gilt für Spätabtreibungen nach der zwölften Schwangerschaftswoche. Ein chirurgischer Eingriff kommt oftmals bei Frauen zum Einsatz, die bereits geboren haben und bei denen die Schwangerschaft neun Wochen oder älter ist. Auch bei dieser Methode entscheidet der Arzt, welche Arzt des Eingriffs er vornehmen möchte. Alle Methoden stellen eine Belastung für die Frau dar, die sich jedoch ganz verschieden gestalten.

Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch

Bei einem medikamentösen Schwangerschaftsabbruch bekommen Sie Medikamente, die dafür sorgen, dass die Wehentätigkeit eingeleitet wird. In der Folge beginnt die Gebärmutter zu arbeiten. Sie kontrahiert, was bedeutet, dass sie sich in immer kürzer werdenden Abständen zusammenzieht. Der Embryo löst sich so von der Wand der Gebärmutter und wird mit einer Blutung ausgestoßen. Da er winzig klein ist, bekommen Sie davon in der Regel nichts mit. Sie spüren die Blutung und den Wehenschmerz, der jedoch durch Medikamente gelindert werden kann. Die medikamentöse Abtreibung wird vorwiegend bei Frauen durchgeführt, die noch nicht geboren haben. Grund dafür ist, dass bei einem chirurgischen Eingriff Scheide und Muttermund geweitet werden müssen. Vor der ersten natürlichen Geburt empfinden manche Ärzte einen solchen Eingriff als problematisch, weil er Komplikationen mit sich bringen kann, die im schlimmsten Falle dazu führen, dass Sie nicht mehr schwanger werden können. Ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch ist für Ihren Körper schonender, doch er belastet die Psyche mehr als ein chirurgischer Eingriff. Von der Einnahme des Medikaments bis zum Ausstoßen der Frucht können viele Stunden vergehen. Diese sind für die Frau ausgesprochen belastend.

Eine Spätabtreibung kann nur durch einen medikamentösen Eingriff herbeigeführt werden. Das Kind ist für einen chirurgischen Eingriff zu groß. Spätabtreibungen sollten immer unter Zuhilfenahme einer psychologischen Betreuung durchgeführt werden, da die Frau ein totes Kind im Rahmen einer natürlichen Geburt zur Welt bringen wird. Gerade, wenn die Schwangerschaft gewollt war und der Schwangerschaftsabbruch durch eine Missbildung oder eine Behinderung des Kindes notwendig wurde, sollten die Mutter und auch der Vater entsprechende Betreuungsangebote bekommen.
Nach einem medikamentösen Schwangerschaftsabbruch sollten Sie sich einige Tage schonen. Sie können Schmerzen im Unterbauch und eine starke Regel haben. Ist diese versiegt, ist eine Nachuntersuchung bei Ihrem Frauenarzt notwendig.

Schwangerschaftsabbruch durch einen chirurgischen Eingriff

Bei Frauen, die keinen Kinderwunsch mehr haben oder die schon Kinder geboren haben, wird ein Schwangerschaftsabbruch häufig durch einen chirurgischen Eingriff herbeigeführt. Dabei haben sich zwei Methoden bewährt: die Ausschabung der Frucht oder das Absaugen. Welche Methode angewendet wird, liegt im Ermessen des Arztes. Bei der Ausschabung werden Scheide und Muttermund geweitet, sodass eine stumpfe, aber sehr scharfe Kürette eingeführt werden kann. Mit dieser wird die Gebärmutterhöhle ausgeräumt. Das Absaugen erfolgt ebenfalls vom Muttermund aus. Der Embryo wird durch einen Unterdruck abgesaugt. Beide Eingriffe erfolgen in Vollnarkose. Der Vorteil ist, dass es nur kleine Eingriffe sind, die schnell gehen. Sie können am Nachmittag wieder nach Hause. Der Nachteil liegt in den erhöhten Risiken, die vor allem die Gebärmutter betreffen. Das Muskelgewebe ist sehr weich, sodass der Arzt mit der Kürette durchstechen kann. Darüber hinaus kann es bei nachfolgenden Schwangerschaften dazu kommen, dass sich der Muttermund durch das gewaltsame Öffnen nicht mehr richtig verschließt. Ein medikamentöser Schwangerschaftsabbruch ist mit diesen Risiken nicht behaftet, denn durch die Medikamente wird quasi eine natürliche Geburt eingeleitet. Dafür erlebt die Frau den Schwangerschaftsabbruch bewusst mit und die psychische Belastung ist deutlich höher.

Die Nachsorge bei einem Schwangerschaftsabbruch

Die Nachsorge ist abhängig von der Art des Eingriffs. Nach einem medikamentösen Schwangerschaftsabbruch wird ein Arzt mit einem Ultraschallgerät untersuchen, ob die Frucht vollständig ausgetrieben wurde. Danach können Sie das Krankenhaus oder die ambulante Klinik verlassen. Sie bekommen Schmerzmittel gegen die Beschwerden im Unterbauch, die durch den Schwangerschaftsabbruch verursacht wurden. Nach wenigen Tagen wird es Ihnen besser gehen. Die Regel ist länger und stärker als normal. Ihr Zyklus wird sich viel bis sechs Wochen nach dem Schwangerschaftsabbruch wieder normalisieren.

Nach einem chirurgischen Eingriff müssen Sie aufgrund der Vollnarkose noch einige Zeit unter Beobachtung bleiben. Dennoch können Sie am Tag des Eingriffs entlassen werden, wenn Sie dies wünschen. Eine Nachuntersuchung unmittelbar nach dem Schwangerschaftsabbruch ist nicht erforderlich, weil bereits während des chirurgischen Eingriffs überprüft wurde, ob die Frucht vollständig aus der Gebärmutter entfernt wurde. Sie müssen sich jedoch noch einmal bei Ihrem Frauenarzt vorstellen. Auch nach dem chirurgischen Eingriff haben Sie eine starke Regel, die länger und schmerzhafter als gewohnt sein kann.

Sehr wichtig ist die psychologische Betreuung nach dem Eingriff. Wenn Sie sich nicht gut fühlen, weil Sie Schuldgefühle haben oder an Ihrer Entscheidung zweifelt oder wenn Sie ein totes Kind zur Welt bringen mussten, sollten Sie sie dringend einen Psychologen aufsuchen.

Der umstrittene Begriff Abtreibung für einen Schwangerschaftsabbruch

Ein Schwangerschaftsabbruch wird auch als Abtreibung bezeichnet und bekommt damit eine sehr negative Assoziation. Sie sollten sich diesen Begriff nicht zu sehr zu eigen machen. Keine Frau treibt leichtfertig ein Baby ab. In den allermeisten Fällen gibt es gravierende Gründe. Wenn Sie sich nicht für das Leben mit einem Kind entscheiden konnten, weil Ihr eigenes Leben schwierig ist oder keinen Raum für die Erziehung eines Kindes lässt, ist die Entscheidung für einen Schwangerschaftsabbruch keinesfalls leicht. Ein Schwangerschaftsabbruch ist aber auch keine Schande, die nun für den Rest Ihres Lebens über Ihnen liegt. Wenden Sie sich ab von dem negativen Wort Abtreibung für einen Schwangerschaftsabbruch und stehen Sie zu dieser schwierigen, aber für Sie notwendigen Lebensentscheidung, ohne sich dafür zu rechtfertigen. Teilen Sie Ihre Entscheidung nur mit Menschen, denen Sie vertrauen.