Schwangerschaftswochen

Die Schwangerschaft ist im Leben einer jeden Frau das wohl aufregendste Ereignis. Vor allem für viele junge Frauen ist dieser neue Lebensabschnitt aber gleichzeitig beängstigend und wirft viele Fragen auf. Was eine werdende Mutter in den einzelnen Schwangerschaftswochen erwartet beziehungsweise wie man Schwangerschaftswochen berechnen kann, soll nachfolgender Artikel beschreiben.

Wie lange dauert eine Schwangerschaft?

Eine Schwangerschaft dauert im Normalfall 40 Schwangerschaftswochen, jedoch sind auch 41 oder 42 Schwangerschaftswochen durchaus normal, wenn sich das Baby ein wenig länger Zeit lässt. Während dieser Zeit nimmt die Frau etwa zwölf Kilogramm zu; eine enorme Herausforderung für den weiblichen Körper und sicher eine der spannendsten Zeiten im Leben überhaupt. Übrigens wird eine Schwangerschaft vom ersten Tag der letzten Periode an gezählt.

Schwangerschaftswochen Eins bis Zwölf

Die ersten zwölf Schwangerschaftswochen werden auch als erstes Trimester bezeichnet. In dieser Zeit passiert im weiblichen Körper besonders viel – nicht nur, dass die Eizelle befruchtet wird, auch ist sicher die frohe Botschaft der Schwangerschaft für die Frau etwas ganz Besonderes. Dank modernster Technik kann man bereits in diesem ersten Trimester erste Ultraschallbilder vom Baby sehen. Bereits in der dritten SSW steht übrigens das Geschlecht des Kindes fest, erst in der vierten SSW wiederum nistet sich die Eizelle in der Gebärmutter ein. Ein Schwangerschaftstest liefert hingegen erst ab der fünften Schwangerschaftswoche ein zuverlässiges Ergebnis. Typische Schwangerschaftsbeschwerden wie Müdigkeit und Antriebslosigkeit sowie die bekannte morgendliche Übelkeit treten dann von den Schwangerschaftswochen Sieben bis Zwölf auf. Vor allem in der achten Schwangerschaftswoche spielen die Hormone vieler werdender Mütter verrückt. Etwa in der neunten Schwangerschaftswoche steht dann der erste Ultraschall an, auf welchem man das Baby auch schon erkennen kann. In diesen ersten Schwangerschaftswochen ist es besonders wichtig, ausreichend Folsäure zu sich zu nehmen. Natürlich versteht es sich von selbst, dass Alkohol und Nikotin ein absolutes Tabu für Schwangere sind. Seine Ernährung sollte man möglichst gesund gestalten, jedoch ist es nicht nötig, für Zwei zu essen.

Der vierte Schwangerschaftsmonat (Schwangerschaftswochen 13 bis 16)

In den Schwangerschaftswochen 13 bis 16 ist bereits deutlich ein Bäuchlein zu sehen und auch der Kalorienbedarf der Schwangeren steigt um mindestens 250 Kalorien an. Spätestens jetzt sollte man sich bereits um eine versierte Hebamme kümmern. Zwischen den 13. und 14. Schwangerschaftswochen kann der Frauenarzt das Geschlecht des Embryos meist eindeutig bestimmen. Viele Schwangere haben während dieser Schwangerschaftswochen Probleme mit Verstopfung – um dieser entgegenzuwirken, sollte man sich ballaststoffreich ernähren. Vollkornprodukte und Müsli sind besonders angebracht. Wichtig ist es während dieser Schwangerschaftswochen zudem, ausreichend zu trinken.

In der 13. Schwangerschaftswoche startet das zweite Trimester; das zweite Drittel der Schwangerschaft ist also bereits erreicht. Die werdende Mutter wird nun bereits erste Tritte ihres Babys zu spüren bekommen; der Embryo entwickelt sich nun besonders schnell. Dieser reagiert etwa auf Musik – viele Babys werden durch klassische Musik beruhigt. Das Baby wiegt nun etwa 18 Gramm und ist circa sechs Zentimeter lang. Obwohl die Augenlider des Embryo noch etwa bis zur 26. Schwangerschaftswoche geschlossen sind, kann es bereits jetzt Licht und Dunkelheit unterscheiden. Ab der 13. Schwangerschaftswoche sinkt das Risiko einer Fehlgeburt rapide; das erste kritische Drittel der Schwangerschaft ist also überstanden. Auch die anfängliche morgendliche Übelkeit legt sich nun bei den meisten Schwangeren. Während der 13. bis 16. Schwangerschaftswoche ist die ideale Zeit, um sich noch einmal einen Urlaub zu gönnen. Immerhin ist man jetzt noch recht beweglich und agil und wird vermutlich in den nächsten Monaten beziehungsweise Jahren keine Zeit für einen Urlaub haben. Zeit wird es nun auch für einen Einkaufsbummel, um sich mit Umstandskleidung einzudecken. Spätestens ab der 13. Schwangerschaftswoche werden die ersten Hosen sicher etwas eng. Nicht nur ein kleines Bäuchlein ist nun sichtbar, auch die Brüste werden wachsen und vielleicht sogar schon die erste Milch produzieren.

Spätestens in der 13. Schwangerschaftswoche sollte man einige Untersuchungen wie eine Nackenfaltenmessung, die Chorionzottenbiopsie oder auch eine Fruchtwasseruntersuchung durchführen lassen – dies gilt besonders dann, wenn es sich um eine Risikoschwangerschaft handelt. Beachten sollte man, dass diese Untersuchungen keine Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse sind und daher von der Schwangeren selbst gezahlt werden müssen, solange keine Risikoschwangerschaft vorliegt. Besonders Erstgebärenden ab einem Alter von 35 Jahren ist diese Untersuchung jedoch zu empfehlen.

Zwischen den Schwangerschaftswochen 15 und 17 klagen viele Schwangere über lästige Pigmentflecken im Gesicht. Diese verschwinden jedoch nach einiger Zeit von selbst wieder. Gegen die gefürchteten Schwangerschaftsstreifen hilft Mandelöl sehr gut, während zur Hautpflege während dieser Schwangerschaftswochen bevorzugt ph-neutrale Pflegeprodukte ohne Parfüm verwendet werden sollten. Die Schwangerschaftswochen 16 und folgende wiederum lassen die werdende Mutti strahlend schön erscheinen: Die Haut wird besser durchblutet und wirkt so praller und rosiger und auch die Haare sind kräftiger und fülliger. Lediglich den Zähnen sollte man während dieser Schwangerschaftswochen eine besondere Pflege zukommen lassen, denn diese sind anfälliger als sonst. Vorsicht ist besonders bei Entzündungen des Zahnfleischs geboten, denn diese können schlimmstenfalls zu einer Fehlgeburt führen.

Der fünfte Schwangerschaftsmonat (Schwangerschaftswochen 17 bis 20)

Die Schwangerschaftswochen 17 bis 20 sind ebenfalls mit einigen aufregenden Neuigkeiten verbunden. In der 17. Schwangerschaftswoche wiegt das Baby bereits 100 Gramm und ist etwa zehn Zentimeter groß. Die Verbindung zum Baby wird nun immer persönlicher: nicht nur, dass die Tritte nun deutlich zu spüren sind, auch erkennt man das Baby auf Ultraschallfotos deutlich. Hier sieht man beispielsweise, wie dieses am Daumen lutscht oder mit der Nabelschnur spielt. Der Tastsinn des Babys ist ab der 17. Schwangerschaftswoche also bereits recht gut entwickelt. Für die werdende Mutter ist der fünfte Schwangerschaftsmonat noch sehr angenehm, denn der Bauch wird noch nicht als zu störend empfunden. Ganz im Gegenteil – durch die gesteigerte Durchblutung haben viele Schwangere vor allem in den Schwangerschaftswochen 17 bis 20 wieder mehr Lust auf Sex. Werdende Eltern sollten diese Zeit als Paar noch einmal richtig ausnutzen.

Natürlich bleiben bedingt durch den immer dicker werdenden Bauch die einen oder anderen Beschwerden während dieser Schwangerschaftswochen nicht aus. Unter anderem wird die Gebärmutter immer schwerer, was zu Problemen mit den sogenannten Mutterbändern führen kann. Ein leichtes Ziehen im Bauch, welches bis in den Rücken ziehen kann, ist während dieser Schwangerschaftswochen völlig normal. Ab der 17. Schwangerschaftswoche haben die Schwangeren meist einen erhöhten Bedarf an Eisen. Allerdings sollte man sich entsprechende Eisenpräparate unbedingt von seinem Frauenarzt verschreiben lassen und diese nicht auf eigene Faust einnehmen.

Der sechste Schwangerschaftsmonat (Schwangerschaftswochen 21 bis 24)

Mit dem sechsten Monat beginnt die zweite Hälfte der Schwangerschaft und Bewegungen fallen der werdenden Mutter zunehmend schwer. Schwangere sollten nun nicht mehr schwer heben, um sich und das Baby nicht zu gefährden. Rückenschmerzen sind nun beinahe an der Tagesordnung und auch der Beckenboden wird immer stärker belastet. Um Beschwerden vorzubeugen und sich auf die Geburt vorzubereiten, ist es empfehlenswert, an Schwangerschaftsgymnastik oder Pilates für Schwangere teilzunehmen. Ebenso ist Beckenbodentraining ideal. Langes Stehen sollte vermieden werden. Ein häufiger Harndrang ist während dieser Schwangerschaftswochen völlig normal und kann sich bis zum Ende der Schwangerschaft noch verstärken. Um peinlichen Situationen vorzubeugen, helfen Binden oder Slipeinlagen. Die Entwicklung des Babys schreitet nun rasend schnell voran. Von der 21. bis zur 24. Schwangerschaftswoche wächst das Gehirn des Babys besonders schnell. Dieses ist nun bereits etwa 350 Gramm schwer und etwa 26 Zentimeter groß. Etwa um die 22. Schwangerschaftswoche steht die zweite große Vorsorgeuntersuchung an. Neben einer umfassenden Ultraschalluntersuchung werden auch Gewicht, Blutdruck und Hämoglobingehalt der Schwangeren ermittelt sowie deren Urin untersucht. Bei der Ultraschalluntersuchung wird die sogenannte Scheitel-Fersen-Länge berechnet; mit deren Hilfe können wichtige Daten und Größen des Babys bestimmt werden. Zu guter Letzt werden die Herztöne des Babys sowie die Menge des Fruchtwassers bestimmt und schließlich alle Daten in den Mutterpass eingetragen.

Der siebte Monat (Schwangerschaftswochen 25 bis 28)

Der siebte Monat einer Schwangerschaft sind die Schwangerschaftswochen 25 bis 28. Nun geht es langsam in den Endspurt und die meisten SSW sind überstanden. In der 25. Schwangerschaftswoche misst das Baby bereits etwa 33 Zentimeter und wiegt circa 800 Gramm – von nun an wird es hauptsächlich an Gewicht zulegen. Ein Baby, welches in der 25. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommt, ist bereits überlebensfähig. Als Frühchen werden alle Babys bezeichnet, die vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren werden. Zwischen der 24. und der 28. Schwangerschaftswoche wird der werdenden Mutter angeraten, sich auf Schwangerschaftsdiabetes hin untersuchen zu lassen. Diese Untersuchung kann auch bei einem Hausarzt erfolgen. Liegt diese Form der Diabetes vor, kann es ausreichen, die Ernährung umzustellen. Ist dies nicht ausreichend, muss unter Umständen Insulin gespritzt oder Tabletten eingenommen werden. Mit der Geburt verschwindet die Schwangerschaftsdiabetes von selbst. Auch diese Untersuchung auf Schwangerschaftsdiabetes wird nur bei einem begründeten Verdacht von der Krankenkasse bezahlt.

Die werdende Mutter wird ihre Haltung nun immer mehr verändern und ins Hohlkreuz gehen. Diese hat nicht nur mit Rückenschmerzen zu kämpfen, sondern auch die richtige Schlafposition zu finden, wird immer schwieriger. Da das Baby nun schnell an Gewicht zulegt, wächst der Bauch der Schwangeren zusehends. Schwangerschaftsstreifen an Bauch und Brüsten treten spätestens jetzt auf – um diese zu vermeiden, helfen Massagen mit speziellen Ölen.

Der achte Monat (Schwangerschaftswochen 29 bis 32)

Mit dem achten Monat beginnt das letzte Trimester der Schwangerschaft. Spätestens ab der 29. Schwangerschaftswoche sollte man einen Geburtsvorbereitungskurs besuchen. Nun ist das Baby etwa 1.200 Gramm schwer und knapp 40 Zentimeter groß. Sein Aussehen wird es bis zur Geburt nicht mehr viel verändern. Die dritte und gleichzeitig letzte Vorsorgeuntersuchung mit Ultraschall sollte man etwa zwischen der 29. und der 32. SSW vornehmen lassen. Während dieser letzten Schwangerschaftswochen nimmt das Baby bereits die Geburtsposition ein, so dass der Kopf nach unten zeigt. Nicht unüblich sind in diesen Schwangerschaftswochen sogenannte Übungswehen auf, die sich nicht nach einem bestimmten Muster zeigen, jedoch unbedenklich sind. Treten diese regelmäßig oder öfter als dreimal in der Stunde auf, sollte man dagegen vorsichtshalber einen Frauenarzt aufsuchen.

Der neunte Monat (Schwangerschaftswochen 33 bis 36)

Der neunte Monat, welcher die SSW 33 bis 36 umfasst, ist der absolute Endspurt. Ab der 35. Schwangerschaftswoche greift der Mutterschutz (dieser beginnt sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin) – dies bedeutet, dass die werdende Mutter nun ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen darf und sich in Ruhe zu Hause auf die Geburt vorbereiten kann. Natürlich darf die werdende Mutter auf eigenen Wunsch hin bis zur letzten SSW arbeiten. Sinnvoll ist es jedoch, den Mutterschutz in Anspruch zu nehmen, da für die Geburt viel Kraft benötigt wird. Nun ist genügend Zeit, um letzte Erledigungen vor der Geburt zu machen. Spätestens in dieser Schwangerschaftswoche sollte man wissen, wo man sein Baby entbinden möchte und eventuell einen Kreißsaal oder andere Einrichtungen besichtigen. Auch über den Namen sollte man sich nun schon grundlegende Gedanken machen, ebenso wie über Elternzeit und Elterngeld. Fragen wie „Ist die Erstausstattung für das Baby vorhanden?“ oder „Ist der Klinikkoffer gepackt“ sollte man spätestens in der 35. Schwangerschaftswoche mit Ja beantworten können. Ab der 33. SSW finden Vorsorgeuntersuchungen zudem alle zwei Wochen statt wie bisher nur alle vier Wochen statt. Das Baby hat kräftig an Größe und Gewicht zugelegt, ist etwa 2.000 Gramm schwer und 44 Zentimeter groß. Der Bauchumfang der Schwangeren hat nun noch einmal kräftig zugelegt. Viele schwangere Frauen haben zudem mit Besenreisern oder Wassereinlagerungen zu kämpfen. Wichtig sind in diesem Stadium der Schwangerschaft regelmäßige Ruhepausen. Vorbeugend gegen Besenreiser oder Krampfadern kann man zudem zu Kompressionsstrümpfen greifen. Mit Beginn der 34. SSW nähert sich die Schwangerschaft immer weiter ihrem Ende. Für die werdende Mutter ist es in dieser Zeit wichtig, besonders viele Milchprodukte zu sich zu nehmen. Durch das in Milchprodukten enthaltene Kalzium werden die Knochen des Embryo gestärkt.

SSW berechnen

Für viele schwangere Frauen ist es gar nicht so einfach zu bestimmen, in welcher SSW sie sich gerade befinden. Aus diesem Grund sind online verschiedene Rechner erhältlich, mit welchen man leicht die SSW berechnen kann. Zu diesem Zweck gibt man einfach den Tag der letzten Regelblutung sowie die Zykluslänge an und erhält als Ergebnis die jeweilige Schwangerschaftswoche. Gleichzeitig erhält man sinnvolle Informationen über den jeweiligen Entwicklungsstand des Babys.

Geburtstermin berechnen

Ähnlich wie die SSW kann man auch den Geburtstermin genau berechnen. Natürlich kann dies auch der Frauenarzt, wer den Arzttermin jedoch nicht mehr abwarten kann, findet im Internet zahlreiche Geburtsterminrechner. Hier gibt man einfach den Tag der letzten Regelblutung und die Zykluslänge ein und schon erscheint ein Datum, welches man als ungefähren Geburtstermin annehmen kann.